Feuer in Asylbewerberunterkunft war offenbar Brandstiftung

Marbach 

Von dpa/lsw/Hst
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Die Feuerwehr hat eine Unterkunft für Asylbewerber in Marbach wegen eines Brands am frühen Donnerstagmorgen geräumt. Nun meldet die Polizei, dass es sich bei der Ursache vermutlich um eine Brandstiftung handelt. Ein Verdächtiger wurde vorläufig festgenommen.

Gegen 4 Uhr brach der Brand in einem Zimmer der Unterkunft aus und breitete sich von dort rasch aus. Mehrere Anrufer meldeten per Notruf den Brand. Als die Feuerwehr eintraf, stand bereits einer der vier Container im Vollbrand. Um den Flammen zu entkommen, war ein Mann aus dem Fenster gesprungen und wurde dabei leicht verletzt, wie ein Sprecher der Polizei am Donnerstag sagte. Aus welcher Höhe er sprang, ist unklar. Nach Angaben des Sprechers hat die Container-Unterkunft bis zu zwei Stockwerke. 

Bahnhof vorübergehend gesperrt

75 Einsatzkräfte der Feuerwehr hatten nach den Angaben des Sprechers die Flammen am Morgen unter Kontrolle gebracht und bekämpften noch einzelne Glutnester. In der Unterkunft sind nach Angaben der Polizei rund 90 Menschen gemeldet. Neben dem Verletzten, der aus dem Fenster sprang, musste noch ein weiterer Mann vom Rettungsdienst versorgt werden. Er erlitt eine leichte Rauchgasvergiftung. Auch ein Feuerwehrmann erlitt leichte Verletzungen.

Aufgrund der zunächst starken Rauchentwicklung und für den Feuerwehreinsatz sperrte die Polizei den an den Brandort angrenzenden Bahnhof Marbach und die Rielingshäuser Straße ab. Die Sperrung des Bahnhofs konnte um 5.40 Uhr wieder aufgehoben werden. Nachlöscharbeiten und die Bekämpfung von Glutnestern zogen sich bis gegen 10:20 Uhr hin.

Verdächtigen in psychiatrische Einrichtung gebracht

Nach ersten polizeilichen Zeugenbefragungen richtete sich ein Tatverdacht gegen den 24-Jährigen, der zusammen mit seinem gleichaltrigen Bruder ein Zimmer in der Unterkunft bewohnt. Er war nach Brandausbruch in Richtung des Marbacher Bahnhofs geflüchtet, wo er in einem augenscheinlich psychischen Ausnahmezustand vorläufig festgenommen wurde. Ob der Brand durch fahrlässiges Handeln oder vorsätzlich herbeigeführt wurde, werden die weiteren Ermittlungen noch ergeben müssen. Die Kriminalpolizei Ludwigsburg führte den Tatverdächtigen aufgrund des bestehenden psychischen Ausnahmezustand unterdessen einer psychiatrischen Einrichtung zu.

Der Tatverdächtige war zusammen mit seinem Bruder bereits im März 2018 wegen fahrlässiger Brandstiftung polizeilich in Erscheinung getreten, nachdem in ihrem damaligen Zimmer in einer Unterkunft in Kornwestheim durch den Einsatz zweier Heizlüfter ein Brand fahrlässig verursacht worden war, der letztlich einen Sachschaden von etwa 450.000 Euro gefordert hatte. 

Zum Zeitpunkt des Brandausbruchs waren etwa 60 Personen in der Unterkunft. Die Bewohner wurden vorübergehend in einer Ersatzunterkunft in Affalterbach untergebracht.