Großbrand eines Geflügelhofs - 5000 Tiere sterben in den Flammen

Von Heike Kinkopf

Kirchardt 

In der Nacht zum Dienstag ist die Halle eines Putenhofs vollständig abgebrannt. Etwa 5000 Tiere verenden. Die Löscharbeiten ziehen sich bis in den Morgen, es entsteht ein Sachschaden von mindestens dreieinhalb bis vier Millionen Euro.

 

 

UPDATE: Putenhof macht nach dem Großbrand weiter

 

Die Rauchwolke und der Schein der Flammen sind bereits aus weiter Ferne zu sehen. Eine etwa 80 bis 100 Meter lange Halle, die als Lager und für die Tierhaltung dient, brennt lichterloh. Wie das Feuer im  Putenhof am Ende der Grombacher Straße in Kirchardt entstanden ist, ist noch unklar. Die Kriminalpolizei nimmt die Ermittlungen auf. Nach bisherigen Erkenntnissen gibt es keine Hinweise auf Brandstiftung, sagt Gerald Olma, Sprecher des Heilbronner Polizeipräsidiums, am Dienstagmorgen. Das Feuer sei im Bereich der Heizungsanlage ausgebrochen. Als Brandursache vermutet die Polizei einen technischen Defekt. Die Untersuchungen dauern an.

Gegen 23 Uhr geht am Montag der Alarm los. Als das erste Fahrzeug am Einsatzort eintrifft, steht die Halle bereits in Vollbrand, sagt Kirchardts Kommandant Markus Bucher. Er koordiniert die 145 Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Kirchardt, Bad Rappenau, Ittlingen, Eppingen, Neckarsulm und Heilbronn.

Weil das landwirtschaftliche Anwesen etwas außerhalb liegt, habe zunächst "das Problem der Wasserversorgung" bestanden, erklärt Bucher. Um genügend Wasser an den Brandort zu bekommen, müssen Löschwassertrassen von über zwei Kilometer aus Kirchhardt gelegt werden. Die Rettungskräfte verhindern, dass die Flammen auf weitere Gebäude und Stallungen für Puten übergreifen. Zerstört werden etwa 500 Tonnen Weizen, 30 Tonnen Mischfutter sowie 200 Rundballen Stroh. Die Feuerwehr bringt den Brand unter Kontrolle.

Erschwert werden die Löscharbeiten dadurch, dass das Gebäude, in dem unter anderem Stroh lagert, zusammengefallen ist und die Metalldächer oben auf liegen. Die Hallenkonstruktion verliert zunehmend an Stabilität. Die Löscharbeiten dauern bis zum Morgen.

Tiere verenden

Für etwa 5000 Puten gibt es keine Rettung. "Das ist tragisch", sagt Kreisbrandmeister Uwe Vogel, der ebenfalls zum Brandort geeilt ist. Ihm zufolge dürften die Tiere sehr schnell verendet sein. "Der Rauch und der Stressfaktor - gerade bei Geflügel geht das schnell", sagt Vogel.

Um den Flammen den Garaus zu machen, kommt spezielles Sonderlöschmittel des Landkreises zum Einsatz, erklärt Vogel. Dieses Mittel sei bei der Feuerwehr in Neckarsulm gelagert. Aufgrund seiner Eigenschaften dringe das Mittel besser und schneller in derart komplexe Brandherde ein und verteile sich besser. Die 1000 Liter des speziellen Löschmittels werden stark mit Wasser verdünnt.

Immer wieder entfacht sich eine Feuersbrunst. "Das Stroh muss raus", formuliert es Fred Walko, Leiter des Eppinger Polizeireviers. Große Traktoren mit Baggerschaufeln bringen Stroh aus der Halle. 

Am Dienstagmorgen teilt die Polizei eine erste Schätzung des Schadenshöhe mit: mindestens dreieinhalb bis vier Millionen Euro.

Schaulustige erschweren die Arbeiten

Der Großbrand zieht viele Kirchardter an. "Wir mussten den Tourismus zur Nachtzeit beenden", sagt Walko. Viele Schaulustige seien mit Autos oder Fahrrädern gekommen. Sie verstopfen die enge Zufahrtsstraße. Im Radio kommt die Durchsage, eine Rettungsgasse zu bilden. Die Feuerwehrfahrzeuge und Einsatzwagen haben schlecht rangieren können, sagt Walko mit Blick auf den Beginn des Einsatzes. Die Polizei riegelt den Brandort weiträumig ab.