Gefahrgut stand auf der B293 in Flammen

Eppingen  Ein mit chemischen Stoffen beladener Anhänger brennt in der Nacht von Freitag auf Samstag auf der B293 aus. Die Bundesstraße ist wegen der Lösch- und Bergungsarbeiten für 20 Stunden gesperrt.

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Freitagnacht gegen 23.30 Uhr fährt ein Sattelzug auf der B293. Es sind nur noch wenige Kilometer bis zu seinem Ziel; einer kleinen Firma in Eppingen. Plötzlich bemerkt der Fahrer Rauch am Heck seines Fahrzeugs. Einige hundert Meter nach der Einmündung nach Gemmingen-Stebbach hält er an und versucht vergeblich, die Flammen mit einem Feuerlöscher zu bekämpfen. 

Laut Polizeibericht koppelt der Fahrer das Zugfahrzeug vom Auflieger ab und stellt es in sicherer Entfernung ab. Rasch breiten sich die Flammen aus. Der Anhänger steht im Vollbrand. Die ersten Feuerwehren treffen ein und beginnen mit dem Löscharbeiten. Es kommt zu Explosionen und Verpuffungen.

Am Unglücksort ist zu hören, dass die Verständigung mit dem Fahrer schwierig sei. Es ist nicht klar, welche Art von Gefahrgut auf dem Anhänger brennt. Und damit, wie gefährlich die Stoffe für die Umwelt sein könnten. Was Kreisbrandmeister Uwe Vogel dennoch sagen kann: „Es stehen 15 Tonnen 16 unterschiedlicher Chemikalien in fester und flüssiger Form im Vollbrand.“

Dabei soll es sich um chemische Zwischenprodukte für die Herstellung von Kunststoffen handeln. Bauschaum in großen Mengen und Kaffeebecher sollen unter den Materialien gewesen sein. Die Lage ist unklar. Vogel spricht von einem Konglomerat an Frachtpapieren in unterschiedlichen Sprachen, die der Fahrer mit sich führte.

Ein Großeinsatz mit Hunderten Helfern

Die Löscharbeiten weiten sich zu einem Großeinsatz aus. Etwa 160 Feuerwehrleute und mehr als 200 Helfer sind beteiligt. Über mehrere hundert Meter reiht sich ein Einsatzfahrzeug an das andere. Dutzendfach grelles Blaulicht durchschneidet den Nachthimmel. Die Feuerwehr richtet eine Einsatzzentrale ein. Dort beraten sich Vertreter der Feuerwehr, Mitarbeiter der Abteilung Umweltschutz des Landratsamts, Polizei, Bürgermeister und Sanitäter stundenlang und unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Kreisbrandmeister Vogel gibt am frühen Samstagmorgen Entwarnung. „Wir haben mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln keine Schadstoffe in der Luft oder im Gewässer nachweisen können.“ In einen Wasserlauf, der direkt unter der Brücke in der Elsenz mündet, seien geringe Mengen Löschschaum gelangt. „Es ist nichts in die Elsenz geflossen.“

Auf den umliegenden Feldern richtet die Feuerwehr Sperren ein. Böschungen rund um die Brandstelle seien mit Planen abgedeckt worden, um bei Regen den Eintrag auf Felder zu verhindern.

Aus dem Fahrzeugwrack qualmt es unaufhörlich. „Sicherheitshalber haben wir die Bevölkerung dazu aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten“, sagt Vogel. In Richen und Stebbach messen die beiden Umweltmessgeräte die Luftwerte. Es bestehe keine Gefahr für die Menschen. „Im Nachhinein hat sich herausgestellt, dass weniger Gefahrenstoffe auf dem Anhänger geladen waren, als zunächst angenommen.“

Eine Spezialfirma holt das Wrack ab. Die Reinigungsarbeiten dauern über mehrere Stunden. Um 18.30 Uhr am Samstagabend ist die B293 freigegeben. Auf den Umleitungsstrecken kommt es zu Behinderungen.

Zwei weitere Unfälle am Wochenende

Am Samstag mussten die Rettungskräfte zu zwei weiteren Unfällen ausrücken: Bei einem schweren Auffahrunfall auf der Autobahn 81 bei Ellhofen wurden vier Menschen zum Teil schwer verletzt. Außerdem brannte auf der A6 ein mit Käse beladener Sattelschlepper bei Erlenbach Richtung Frankfurt komplett aus

 


Jürgen Kümmerle

Jürgen Kümmerle

Reporter

Jürgen Kümmerle ist Redakteur im Reporterteam der Heilbronner Stimme. Diese Einheit berichtet über das tagesaktuelle Geschehen in der Region und kümmert sich um investigative Recherchen.