Wohnhaus in Hollenbach wird Raub der Flammen

Mulfingen  Ein Brand hat am Donnerstag für einen Großeinsatz der Rettungskräfte im Mulfinger Teilort Hollenbach gesorgt. Die Polizei beziffert den Schaden auf 300.000 Euro, das betroffene Haus wurde vorerst als nicht mehr bewohnbar eingestuft. Verletzt wurde aber niemand.

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Die Feuerwehren aus Mulfingen und Künzelsau mussten gestern in einem Großeinsatz den Brand eines Wohnhauses in Hollenbach löschen. Verletzt wurde zum Glück niemand, der Schaden ist aber beträchtlich.

Foto: Michael Weber-Schwarz

Die Familie, die das Haus bewohnt, konnte sich rechtzeitig ins Freie retten. "Sie kommt wohl bei der Verwandtschaft unter", spricht Bürgermeister Robert Böhnel gegenüber der HZ von einem "Schrecken mit Ende". Zum Glück sei bei dem Feuer nicht noch Schlimmeres passiert.

90 Einsatzkräfte vor Ort

Rund 80 Feuerwehrleute der Wehren aus Mulfingen und Künzelsau hatten die Flammen gelöscht, dazu waren das DRK, die Notfallsorge und der Polizeiposten Mulfingen mit zusammen rund zehn weiteren Personen im Einsatz. Die Brandursache war gestern noch unklar.

"Das war ein Großbrand", macht Mulfingens Feuerwehrkommandant Steffen Ruck die Herausforderung für seine Kameraden deutlich. Ein solches Feuer müsse man höchstens zwei- oder dreimal im Jahr bekämpfen. Nach der Alarmierung gegen 9.30 Uhr sei die Feuerwehr Mulfingen mit ihrer Abteilung Hollenbach "recht zügig" vor Ort gewesen, sagt Kreisbrandmeister Torsten Rönisch. Im Bereich von Wintergarten und Dach habe man sofort eine starke Rauchentwicklung und Flammenschein entdeckt. Daraufhin sei auch die Feuerwehr aus Künzelsau nachgefordert worden. Zu diesem Zeitpunkt sei nicht auszuschließen gewesen, dass sich noch Personen im Gebäude aufhielten. Erst später habe sich herausgestellt, dass dies nicht der Fall war.

Suche nach der Brandursache

Weil sich Feuer und Glutnester im Dachstuhl eingenistet hatten, mussten Ziegel abgedeckt werden, um alle Brandherde löschen zu können. Anschließend wurde die Brandstelle der Polizei übergeben, damit diese die Ursache des Feuers ermitteln kann. Das sei immer "ziemlich schwer", macht Polizei-Pressesprecher Daniel Fessler deutlich, weil oft "das Löschwasser viele Spuren weggewaschen" habe. Gestern lagen dann auch noch keine Erkenntnisse vor. Das Feuer soll auf der Terrasse und im Wintergarten ausgebrochen sein, hieß es lediglich. Damit keine weiteren Schäden entstehen, sollte laut Rönisch noch ein Dachdecker kommen, um das Dach zumindest notdürftig zu flicken, "weil wir mit Regen und Kälte rechnen".

Um die betroffene Familie kümmerte sich zunächst das DRK, dann die Notfallseelsorge. Natürlich hätten die Leute einen Schock erlitten, so Rönisch, das sei nur zu verständlich, "wenn die Existenz in Flammen aufgeht". Dann habe sich aber vor allem auch die Nachbarschaft rührend um die Menschen gekümmert.

Reibungslose Zusammenarbeit

Sehr zufrieden zeigt sich der Kreisbrandmeister mit der Zusammenarbeit der Feuerwehren und Organisationen, in diesem Fall speziell mit dem DRK: "Das klappt hier reibungslos", sagt Rönisch auch mit Blick auf das Feuer in Goldbach am Dienstagmorgen. "Wir waren sehr zufrieden mit dem Ablauf", ergänzt Mulfingens Kommandant Ruck.

 


Armin Rössler

Armin Rößler

Armin Rößler, geboren in Heilbronn, aufgewachsen in Untereisesheim, schreibt nach über dreißig Jahren im badischen Exil seit 1. Juli 2020 für die Hohenloher Zeitung.