Polizei warnt vor dubiosen Handwerkern

Künzelsau 

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Ein aktueller Fall betrügerischer Handwerkerleistungen, der sich Mitte April in Künzelsau ereignet hat, beschäftigt derzeit die Polizei in Künzelsau.

In einer Wohnung in Künzelsau war ein Abwasserproblem aufgetreten. Der Bewohner suchte im Internet nach einer Lösung. Der Mann wurde auf eine Website aufmerksam und rief eine dort hinterlegte Nummer an. Kurz nach dem Anruf kamen bereits zwei Männer bei dem Geschädigten vorbei. Nach angeblicher Schadensbehebung wurde ein Betrag von über 900 Euro fällig. Dieser war sofort fällig, Kreditkarten oder sonstige bargeldlose Zahlungsmittel akzeptierten die Männer nicht.

Zwar wurde dem Mann ein Rechnung ausgestellt, diese wies bei näherer Betrachtung jedoch Abweichungen zu einer seriösen Rechnung auf. Mit dem Hinweis, nun mindestens zwei Stunden kein Wasser zu verbrauchen, zogen die Unbekannten wieder von dannen. Das Abwasserproblem hingegen bestand weiterhin.

Der Firmenname auf der Rechnung führte die Beamten zu einem Mann, der bereits bundesweit wegen Betrugsfällen und Wucher auffällig geworden war, heißt es in der Pressemitteilung der Polizei. Derzeit ist noch unklar, ob nur dessen Rechnung verwendet wurde, oder ob der ermittelte Firmeninhaber hinter der Tat steht.

Da das Problem mit dem Abwasser weiterhin bestand, suchte die geschädigte Familie weiter nach einer Lösung im Internet. Gleich fünf Telefonnummern wurden angeboten. Wie sich herausstellte betrieb die erstgenannte Firma mehrere Webseiten unter verschiedenen Domänen. Die Ermittlungen der Polizei Künzelsau dauern an.

Das Geschäft mit dem Notfall ist keineswegs eine neue Betrugsmasche. Die Polizei hat folgende Tipps für die Bevölkerung, damit niemand unseriösen Handwerkern auf den Leim geht:

1. Genau informieren
Informieren Sie sich gut über die ausgewählte Firma. Fragen Sie konkret nach Firmensitz und möglichen Anfahrtskosten. Vereinbaren Sie einen Fixpreis für die von Ihnen geschilderte Leistung.

2. Nicht unter Druck setzen lassen
Unterschreiben Sie nichts, wenn Sie Zweifel haben. Bezahlen Sie niemals sofort und bestehen Sie auf eine Rechnung. Lassen Sie sich nicht durch Drohungen mit der Polizei oder mit Inkassounternehmen unter Druck setzen.

3. Hilfe holen
Rufen Sie die Polizei unter 110, wenn Sie bedroht werden. Holen Sie wenn möglich Nachbarn hinzu, die den Vorfall bezeugen und Sie bestärken können.

4. Rechnung prüfen
Wenden Sie sich an die Verbraucherzentrale, wenn Sie Fragen zur Rechnung haben.

5. Anzeige erstatten
Scheuen Sie sich nicht, Anzeige bei der Polizei gegen die Firma zu erstatten.

Weitere Informationen und wichtige Tipps unter www.polizei-beratung.de.