Polizei fahndet mit Plakat nach Bretzfelder Bankräuber

Hohenlohe 

Auf Hochtouren läuft derzeit die Fahndung nach einem Räuber, der im vergangenen Jahr drei Banken - darunter die Filiale der Raiffeisenbank in Bretzfeld-Waldbach - überfallen haben soll. Jetzt haben die Ermittler ein Plakat angefertigt.

Phantombild: Polizei
Am 13. Juli 2011 gegen 8.15 Uhr hatte der Mann die Filiale der Raiffeisenbank in Bretzfeld-Waldbach überfallen (wir berichteten). Der Unbekannte wartete vor Öffnungsbeginn vor der Türe und bedrohte die ankommende Bankmitarbeiterin mit einer Schusswaffe. Dann zwang er sie zur Herausgabe von mehreren Tausend Euro in Scheinen und rolliertem Münzgeld. Zudem raubte er die Bankkarte der Geschädigten. Danach ließ er sein 58 Jahre altes Opfer gefesselt zurück und flüchtete.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit hatte er unweit vom Tatort ein Fluchtfahrzeug bereitgestellt, denn bereits um 8.26 Uhr tauchte er im Vorraum der Volksbankfiliale in Schwabbach auf. Dort tätigte er mit der geraubten Bankkarte Geldabhebungen und verließ gegen 8.30 Uhr wieder den Vorraum. Hierbei wurde von einer Überwachungskamera gefilmt.

Die Fahndung mit dem Foto des Täters erbrachte damals keine Hinweise, die zur Klärung der Tat führten.

Weitere Banküberfälle

Die weiteren Ermittlungen der Künzelsauer Kriminalpolizei ergaben, dass derselbe Täter wohl bereits am 29. April 2010 eine Volksbankfiliale in Lobbach-Waldwimmersbach im Rhein-Neckar-Kreis mit derselben Vorgehensweise überfallen hatte. Auch hier raubte der Täter nicht nur das komplette Bargeld, sondern zudem noch die Bankkarte des Bankangestellten und hob damit an einem Geldautomaten nochmals Bargeld vom Konto des Opfers ab.
 
Der aktuellste Überfall mit dem derselbe Tatverdächtige in Verbindung gebracht wird, ereignete sich am 1. Dezember in Schrozberg-Leuzendorf im Kreis Schwäbisch Hall. Auch hier lauerte der Täter der Bankabgestellten zu Arbeitsbeginn gegen 8.15 Uhr vor der dortigen Raiffeisenbankfiliale auf, bedrohte die 27-Jährige mit einer Pistole und zwang sie zur Herausgabe des gesamten Kassenbestandes. Anschließend ließ er sein Opfer gefesselt zurück.
 
Zusammenhänge

In allen drei Fällen soll an den Tatorten ein dunkler Kombi mit MOS- oder MIL-Kennzeichen aufgefallen sein, der vom Täter als Fluchtfahrzeug benutzt worden sein könnte.

Der Räuber ist etwa 50 bis 60 Jahre alt, 185 bis 190 Zentimeter groß und hat eine normale Figur. Er sprach  hochdeutsch. Bei den Überfällen war er jedes Mal gut gekleidet. Er trug ein dunkles Sakko, ein helles Hemd mit Krawatte, einen markanten dunklen breitkrempigen Hut und wohl eine Art Schweißer- oder Schutzbrille. Seine Beute verstaute er jeweils in einer schmalen dunklen Aktentasche.

Die Kriminalpolizeidienststellen in Heidelberg, Schwäbisch Hall und Künzelsau haben zur Aufklärung der Banküberfälle ein gemeinsames Fahndungsplakat erstellt und mit den zuständigen Staatsanwaltschaften eine erneute Öffentlichkeitsfahndung in die Wege geleitet.

Die Kriminalpolizei Künzelsau bittet die Bevölkerung um Hinweise:

  • Wer kennt den Mann auf dem Phantombild / Fahndungsplakat?

  • Wer kann sich an ein verdächtiges Fahrzeug im Tatortbereich von Waldbach, auf der Strecke nach bzw. in Schwabbach im Tatzeitraum oder danach erinnern?

  • Wer kann sonst Hinweise zu den Raubüberfällen geben?


Zeugenhinweise nimmt die Kriminalpolizei in Künzelsau unter Telefon 07940/9400 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Fahndungsplakat-BR-Waldbach.cpt