Hubschrauber stürzt auf A6 - Pilot stirbt

Untermünkheim  Untermünkheim - Der Schock sitzt tief: Noch in der Nacht bestätigen sich erste Vermutungen. Bei dem getöteten Piloten handelt es sich um einen Bretzfelder Unternehmer. Außerdem war er als Feuerwehrmann und Mitglied im HGV sehr aktiv.

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Gespenstische Szenen spielen sich auf der Autobahn bei Brachbach (Kreis Schwäbisch Hall) ab: Das verkohlte Wrack eines kleinen Hubschraubers liegt auf der Autobahn 6 in Fahrtrichtung Nürnberg. Der Pilot, der aus östlicher Richtung unterwegs war, ist tot. Ausgebrannte Trümmerteile liegen in den Leitplanken und den Böschungen. Die gleißend hellen Scheinwerfer von Technischem Hilfswerk und den Feuerwehren leuchten die Szenerie aus.

Am späten Nachmittag gegen 16.41 Uhr ging der erste Notruf bei der Polizei Schwäbisch Hall ein. Augenzeugen hatten gesehen, wie ein Funkenregen und ein Feuerball niedergingen, ehe der Hubschrauber auf die Fahrbahn stürzte. Der Pilot, nach ersten Erkenntnissen alleiniger Insasse, kam in den Flammen um. Ob der Hubschrauber in die Hochspannungsleitung flog und dann abstürzte, oder aber ob sich der Hubschrauber während des Absturzes in den Leitungen verfing, war am Abend auf der Autobahn noch unklar.

Der Energieversorger hatte sofort nach dem Unfall die Leitungen abgestellt und Mitarbeiter für die Reperaturarbeiten an die Unglücksstelle geschickt. Feuerwehrleute sicherten die Ackerflächen weiträumig ab.

Trümmerteile

Ein Horror für die Verkehrsteilnehmer auf der vielbefahrenen Autobahn: Doch wie durch ein Wunder wurde kein weiterer Mensch getötet. Trümmerteile touchierten einen Laster und einen Personenwagen. Beide waren Richtung Nürnberg unterwegs, berichtet Hermann Schüttler, Pressesprecher der Polizeidirektion Schwäbisch Hall.

Angaben zu dem Piloten konnte er am Abend an der Unfallstelle nicht machen. Schnell machten aber Gerüchte die Runde, dass es sich um einen privaten gelben Helikopter in Leichtbauweise aus dem Hohenlohekreis handeln soll. An den völlig ausgebrannten Trümmerteilen aber konnte man das nicht mehr erkennen.

Am Abend liefen noch Abfragen bei verschiedenen Flughäfen, erklärten Polizeibeamte an der Unfallstelle.

 

 

Polizeipressesprecher Hermann Schüttler berichtete, dass Experten des Luftfahrtbundesamt zur Ermittlung der Unfallursache angefordert seien. Außerdem seien Mitglieder der Hubschrauberstaffel vor Ort, um den Hergang zu rekonstruieren. Schüttler rechnete damit, dass die Autobahn die ganze Nacht über in beiden Fahrtrichtungen gesperrt bleiben müsse, um die Spuren zu sichern und das Wrack zu bergen.

Schon kurze Zeit nach dem Unfall hatten sich kilometerlange Rückstaus in beiden Richtungen gebildet. Die Umleitungen waren überlastet. Auf vielen Feldwegen und Brücken rund um die Unfallstelle standen Schaulustige und verfolgten die Bergungsarbeiten.

Mit wie viel Mann die Feuerwehren und Hilfskräfte vor Ort waren, konnte Andreas Volz von der Polizeidirektion Schwäbisch Hall am Abend noch nicht sagen. "Viele", bemerkte er mit Blick auf die Kollegen auf beiden Fahrbahnseiten.

 

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Hintergrund: Helikopter- und Flugzeugabstürze an Autobahnen

Nur selten sind bisher Hubschrauber oder Flugzeuge auf Autobahnen in Deutschland gestürzt. Einige Male lag die Unglücksstelle nur wenige Hundert Meter entfernt.

  • Juni 2012 - Bei einem Hubschrauberabsturz bei Berchtesgaden kommen vier junge Leute ums Leben. Der Helikopter stürzt nur etwa 800 Meter von der Autobahn 8 (München-Salzburg) entfernt in ein Waldgebiet.

  • Februar 2010 - Nur 400 Meter von der Autobahn 67 entfernt - in der Nähe des südhessischen Viernheim - stürzt ein US-Militärhubschrauber in einen Wald. Die drei Insassen werden getötet. Der Helikopter war auf dem Weg zu einem US-Flugplatz bei Mannheim.

  • September 2007 - Ein Zivilhubschrauber stürzt beim badischen Bühl auf die Autobahn 5. Beide Insassen kommen ums Leben. Nur mit viel Glück rast kein Fahrzeug in den brennenden Helikopter. Er war vom Regionalflughafen Karlsruhe/Baden-Baden (Baden-Airport) gestartet.

  • Dezember 1989 - Über der Pfalz kollidieren in einer Höhe von mehr als 3500 Metern zwei US-Düsenjäger vom Typ F-16 und stürzen ab; der eine bei Maxdorf (Rheinland-Pfalz) im Gelände eines Obst- und Gemüsemarktes neben einer Lkw-Halle, der andere beim Autobahnkreuz Ruchheim auf freies Feld. Der Pilot dieses Flugzeuges kann unverletzt geborgen werden, der andere wird am Ortsrand von Maxdorf tot gefunden.

  • Mai 1983 - Ein zu einer Luftfahrtschau gestarteter kanadischer Starfighter vom Typ CF-104 stürzt auf die Autobahn-Zufahrt Frankfurt-Süd. Der Pilot kann sich retten, das Unglück kostet sechs Zivilpersonen das Leben. dpa