Geplantes Flüchtlingsheim nach Feuer unbewohnbar

Pfedelbach  Ein geplantes Flüchtlingsheim in Pfedelbach brennt in der Nacht. Wurde das Feuer gelegt? Die Polizei geht davon aus. Minister Strobl will die Täter hart bestrafen.

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Die Feuerwehr musste am frühen Donnerstagmorgen in Pfedelbach ausrücken. Der Dachstuhl einer geplanten Flüchtlingsunterkunft stand lichterloh in Flammen. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.

 

 

In Pfedelbach ist eine fast bezugsfertige Flüchtlingsunterkunft in der Kirchgasse vermutlich durch Brandstiftung schwer beschädigt worden. Verletzt wurde niemand. Ob das Haus noch zu retten ist, war zunächst unklar. Durch das Feuer in der Nacht zum Donnerstag brannte der gesamte Dachstuhl ab.

„Wir haben Hinweise auf Brandstiftung“, sagte ein Polizeisprecher. Details wollte er nicht preisgeben. Die Ermittler sind aber offenbar auf Einbruchsspuren gestoßen. Der Staatsschutz ermittelt. Wer das Feuer gelegt haben könnte, ist nicht bekannt.

Unterbringungskonzept Makulatur

Pfedelbachs Bürgermeister Torsten Kunkel äußerte sich erschüttert und verurteilte die mutmaßliche Tat als „schlimm“. In den nächsten 4 bis 6 Wochen hätten etwa 40 Flüchtlinge in das sanierte, etwa 200 Jahre alte zweistöckige Gebäude ziehen sollen. Er kann sich nicht vorstellen, dass jemand von hier den Brand legte. „So etwas würde ich keinem zutrauen.“ Erst am Dienstag habe der Gemeinderat das Unterbringungskonzept einstimmig verabschiedet (>>zum Artikel).

In Pfedelbach leben bislang etwa 60 Flüchtlinge. Bis jetzt sei es zu keinen größeren Zwischenfällen gekommen, sagte der Rathauschef.

Am Haus entstand ein Schaden von mindestens 150.000 Euro. Durch den Brand und das Löschwasser, das in die unteren Etagen drang, könnte es ganz unbewohnbar sein.

Strobl: "Brandstiftung ist ein Verbrechen und wird hart bestraft"

Sollte sich der Verdacht der Brandstiftung bestätigen, muss nach den Worten von Innenminister Thomas Strobl (CDU) die volle Härte des Gesetzes gelten. Die Polizei werde alles tun, den oder die Täter zu überführen. „Feige und rohe Straftaten werden wir niemals akzeptieren. Deshalb ist es gut und wichtig, dass auf Brandstiftung sehr schnell empfindliche Freiheitsstrafen - bis zu zehn Jahren - stehen.“ Das Signal sei klar: „Brandstiftung ist ein Verbrechen und wird hart und sehr empfindlich bestraft.“

Selbst wenn in dem Fall kein Mensch verletzt wurde, wies der Minister doch darauf hin: „Auch in vermeintlich unbewohnten Gebäuden können sich Menschen aufhalten, deren Leben ein Brandstifter gefährdet. Nicht zuletzt setzen die Feuerwehrleute bei jedem Einsatz ihre Gesundheit aufs Spiel“, betonte Strobl.

Feuerwehren im Einsatz

Die Feuerwehren aus Pfedelbach, Windischenbach und Oberohrn waren mit rund 25 Einsatzkräften am Brandort. Aus Öhringen wurde zur Unterstützung die Drehleiter angefordert. „Nach einer Dreiviertelstunde war das Gröbste erledigt“, berichtet der stellvertretende Feuerwehrkommandant Roland Fischer.

Ebenfalls rund 25 Polizeibeamte waren am Donnerstagvormittag vor Ort. Während die Brandermittler in der Ruine nach Spuren suchten, hielt sich Polizeisprecher Rainer Ott mit Auskünften über das Vorgehen des oder der mutmaßlichen Brandstifters zurück: „Mal sehen, was die kommenden Tage bringen“, verwies er auf die laufenden Ermittlungen. red

 

Polizei sucht Zeugen

Wer im Bereich der Kirchgasse und der Wilhelm-Haaf-Straße verdächtige Beobachtungen gemacht hat, sollte diese der Kriminalpolizei Künzelsau, Telefon 07940 9400, mitteilen.