Ermittlungen nach Unfall mit Rallyefahrzeug

Neuenstein  Der Horror eines jeden Rennsportlers: Bei der 26. Unterland-Hohenlohe-Rallye schleuderte ein Fahrzeug am Samstagmittag kurz vor Neuenstein-Stolzeneck in eine Zuschauergruppe. Drei Personen wurden verletzt.

Von unserer Redakteurin Yvonne Tscherwitschke
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Foto: Yvonne Tscherwitschke

Der Horror eines jeden Rennsportlers: Bei der 26. Unterland-Hohenlohe-Rallye schleuderte ein Fahrzeug am Samstagmittag kurz vor Neuenstein-Stolzeneck in eine Zuschauergruppe. Drei Personen wurden verletzt.

Mit schweren Kopfverletzungen musste ein vierjähriger Junge mit dem Rettungshubschrauber in die Unfallklinik Ludwigsburg geflogen werden. Der Onkel (37) und eine 35-jährige Zuschauerin kamen mit Prellungen ins Krankenhaus. Außer dem Streckennotarzt waren ein weiterer Notarzt, der Rettungshubschrauber und drei Rettungswagen im Einsatz.

Die beiden Erwachsenen und das Kind hatten auf einer Wiese kurz vor Neuenstein-Stolzeneck das Renngeschehen verfolgt, als einem BMW von Metzdorf kommend am Ausgang einer langgezogenen Rechtskurve das Heck ausbrach. Der BMW schleuderte über die Wiese und erfasste die Zuschauer. Das Kind flog durch die Luft und auf die Windschutzscheibe des Rallyefahrzeugs. Der 25 Jahre alte Fahrer blieb äußerlich unverletzt, stand aber sichtlich unter Schock.

Rennleitung strich einen Teil der Strecke

Unfall_Rennstrecke
In dieser Kurve kam das Rallyeauto von der Strecke ab.

Die Streckenposten hatten die Zuschauer mehrfach darauf hingewiesen, dass sie sich an einer gefährlichen Stelle aufhalten würden, erklärte Udo Stobbe von der Rennleitung. Im Bereich der Unfallstelle waren beidseitig die Wiesen mit rot-weißen Absperrbändern trassiert und als Sperrzone kenntlich gemacht. Die Autos sind an dieser Stelle mit etwa 80 Stundenkilometern unterwegs.

Sofort nach Bekanntwerden des Unfalls, der sich gegen 13.50 Uhr ereignete, waren Vertreter der Rennleitung vor Ort. Die Rennleitung entschied, die Rallye fortzusetzen. Die vom Unfall betroffene Wertungsprüfung Tiefensall wurde für alle Teilnehmer gestrichen, erklärte Stobbe.

Staatsanwaltschaft ermittelt in dem Fall

Ein Gutachter sollte sich noch am Samstag das Unfallauto ansehen. Einen technischen Defekt schließen Beobachter des Rennens aber aus. Die Fahrzeuge werden vor dem Start überprüft. Durch das frühlingshafte Wetter hatten mehr Zuschauer als üblich den Auftakt ins Rallye-Jahr verfolgt. „Uns ist immer lieber, es regnet“, sagt Stobbe. Dann seien weniger Menschen an der Strecke.

Die Bereiche der Wertungsprüfungen sind für den Verkehr gesperrt. Streckenposten sorgen für Sicherheit. Auf Facebook wurde der Unfall heftig diskutiert. Thematisiert wurde die Frage, was Streckenposten dürfen, um für ausreichend Sicherheit zu sorgen. Sie seien angewiesen, die Leute auf Gefahrenbereiche hinzuweisen, erklärt Stobbe. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.