Brand in Heizanlage des Öhringer Krankenhauses

Öhringen   Öhringen - Ein Glutnest in der Pellet-Heizanlage des Öhringer Krankenhauses hat am Freitagmittag zu einem Großeinsatz der Feuerwehr geführt. 26 Wehrleute mit sechs Fahrzeugen waren im Einsatz, um einen Brand oder eine Holzstaubexplosion zu verhindern.

Von unserem Redakteur Peter Hohl
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Mehrere Stunden war die Öhringer Feuerwehr am Freitagnachmittag im Einsatz, um ein Glutnest in der Holzpellet-Heizanlage der Hohenloher Krankenhaus GmbH abzukühlen und zu löschen. Die Polizei hatte die Brandstelle und Teile der Kastellstraße vor dem Krankenhaus abgeriegelt. Denn zum einen war nicht absehbar, ob sich das Glutnest zu einem Brand entwickeln würde. Zum anderen bestand die Gefahr, dass der Holzstaub in dem Behälter explodiert.



Ein Mitarbeiter der Firma Energie direkt (Edi) Hohenlohe hatte starken Rauch bemerkt, nachdem er am Vormittag Holzpellets nachgefüllt hatte. Gegen 11.50 alarmierte der Mann die Öhringer Feuerwehr, die mit 26 Wehrleuten und sechs Fahrzeugen anrückte.

Kein Wasser

„Das ist ein Einsatz, bei dem man nicht viel sieht und der trotzdem gefährlich ist“, sagte Feuerwehrkommandant Bernd Faska, während er mit dem Führungsteam seiner Truppe einen Weg suchte, die Glut zu löschen.

Der klassische Angriff mit Schlauch und Wasser schied schnell aus. Die rund zehn Tonnen Pellets würden aufquellen, und der 35 Kubikmeter große Lagerbehälter würde dadurch so schwer werden, dass das Gebäude einstürzt, so die Befürchtung der Einsatzleitung. Das Pelletlager befindet sich unter dem Dach des knapp sechs Meter hohen Bauwerks, die eigentliche Heizanlage mit dem Brenner liegt darunter.



Zwei mit Atemschutzausrüstung ausgestattete Wehrleute öffneten deshalb die Dachluke zu dem Pelletlager und kühlten das 470 Grad heiße Glutnest mit Kohlendioxid. Gleichzeitig öffneten einige ihrer Kameraden einen Schacht, um die Pellets langsam aus dem Lagerbehälter ablaufen zu lassen. Um einen Zugang zu dem Glutnest zu bekommen, begannen die Wehrmänner das Blechdach aufschrauben. Diesen Versuch brachen sie aber wieder ab, kühlten die Glut weiter und ließen die Pellets dann über eine Rutsche in einen Container ab.

Bei der Suche nach der Brandursache tauchten mehrere glühende Holzstücke auf. Wie das Holz zwischen die deutlich kleineren Pellets geraten war und warum es glühte, war am Nachmittag noch unklar. Den Brandschaden bezifferten die Roland und Klaus Weissert von der Firma Edi auf rund 2000 Euro.


Hintergrund: Heizanlage

Die Heizanlage der Hohenloher Krankenhaus GmbH versorgt Krankenhaus, Altenheim, Reha, gewerbliche Schule, Ochsensee-Turnhalle, DRK-Gebäude und Landwirtschaftsamt mit jährlich rund 10.000 Megawattstunden Wärme. Die im November 2009 eingeweihte Pelletheizung trägt die Grundlast und liefert etwa die Hälfte der im Jahr benötigten Wärme.

Für die Spitzenlast wird eine Gasheizung zugeschaltet, die nun bis zur Wiederinbetriebnahme der Pelletanlage den gesamten Wärmebedarf deckt. rho