Betroffenheit nach Banküberfall in Kupferzell

Kupferzell  Am Donnerstagmorgen um kurz nach 8 Uhr ist die Volksbank in Kupferzell überfallen worden. Verletzt wurde niemand. Die Fahndung nach dem Täter läuft. Anwohner zeigen sich betroffen.

Von Heike Kinkopf
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Am Donnerstagmorgen um kurz nach 8 Uhr ist die Volksbank in Kupferzell überfallen worden. Verletzt wurde niemand. Die Fahndung nach dem Täter läuft. Anwohner zeigen sich betroffen. 

Ein Kriminalbeamter verlässt den Tatort. Foto: Kinkopf

„Da wird es einem ganz mulmig“, gibt Marion Schrack unumwunden zu. Ihr Blumenladen befindet sich gleich neben der Bank-Filiale. Schrack war kurz nach halb acht bei der Arbeit. „Man sieht Leute rein- und rausgehen, aber man passt ja nicht auf.“ Im Vorraum der Bank haben Kunden die Möglichkeit, Geld am Automaten abzuheben oder einzuzahlen. Einen Mann, auf den die Täterbeschreibung zutrifft, war Schrack nicht aufgefallen.

Nach der Tat verlierst sich die Spur

Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft Heilbronn trat ein unbekannter Mann um 8.15 Uhr am Donnerstag von hinten an eine Angestellte heran und sprühte ihr Reizgas ins Gesicht. Zu diesem Zeitpunkt sind bereits einige Mitarbeiter anwesend. Die Filiale ist aber noch geschlossen. Dann raubte er die Taschen mit einer größeren Summe Bargeld. Genauere Angaben machen die Ermittler aus ermittlungstaktischen Gründen nicht.  Unklar ist, wie viel Geld erbeutet wurde. Der Täter trug nach Angaben von Polizeisprecherin Sinah Moll schwarze Oberbekleidung und schwarze Schuhe, eine graue Jogginghose. Der Mann ist etwa 1,60 bis 1,70 Meter groß und wahrscheinlich zwischen 25 und 30 Jahren alt. Er habe südosteuropäisch aussehen. Bei dem Überfall hatte sich der Mann ein Tuch vor den Mund gebunden oder er hatte einen schwarzen Bart. Das konnte die überfallene Frau in der Eile und wegen des Reizgases nicht sagen. Der Mann verließ die Bank und flüchtete zu Fuß in Richtung Ortsmitte, dann verliert sich seine Spur. Unklar ist, ob er zu Fuß oder mit einem Fahrzeug flüchtete. Die Fahndung mit mehr als zehn Streifen und einem Polizeihubschrauber brachte keinen Erfolg.

Bankangestellte wurden nicht verletzt. „Die Betreuung der Mitarbeiter ist sichergestellt“, sagt Dieter Karle, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Hohenlohe, der am Morgen zur Filiale gekommen ist. Auch für den Fall, dass erst im Nachgang Hilfe notwendig werde. „Es kann ja sein, dass jemand unmittelbar nach solch einer Tat erst mal funktioniert.“

Betroffenheit herrscht in der Nachbarschaft vor

Bei Menschen aus der Nachbarschaft der Bank-Filiale löst der Überfall Betroffenheit aus. „Man macht sich seine Gedanken“, meint Katrin Carle von der gleichnamigen Metzgerei gegenüber der Bank. Den Überfall bemerkte sie nicht. Carle hat jedoch den Eindruck, dass sich derartige Vorkommnisse in jüngster Zeit häufen. Im März wurde eine Bank in Neuenstein überfallen. Vor etwa zwei Wochen kam es in Kupferzell in der Apotheke zu einem Einbruchversuch. Apotheker Hans Himpich bestätigt den Vorfall. Ein suchtkranker Mensch, der im Methadon-Ersatz-Programm ist, habe versucht, an Medikamente zu kommen. Der Mann zertrümmerte mit einem Hammer eine Glastür im rückwärtigen Bereich des Hauses.

Die Polizei sucht Zeugen

Die Ermittler haben folgende Fragen an die Bevölkerung: Wem ist in der Zeit zwischen 7.30 und 8.30 Uhr in Kupferzell ein Mann mit dieser Beschreibung aufgefallen? Kann jemand den Täter näher beschreiben? Hat jemand gesehen, ob er in ein Fahrzeug gestiegen ist, oder stand zur Tatzeit in Kupferzell ein verdächtiges Fahrzeug? Hat jemand sonstige Hinweise? Zeugen wenden sich an die Kriminalpolizei in Künzelsau, Telefon 07940 9400.