Unfallfahrerin fährt per Anhalter davon

Steinheim an der Murr/Untergruppenbach 

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Am Donnerstagmorgen hat eine Frau auf der A81 erst einen Unfall verursacht und dann per Anhalter den Unfallort verlassen. Die 47-Jährige war mit ihrem Mercedes gegen 9.20 Uhr auf der Autobahn 81 zwischen den Anschlussstellen Pleidelsheim und Mundelsheim in Richtung Heilbronn unterwegs. Aus noch ungeklärter Ursache zog die Autofahrerin plötzlich vom linken Fahrstreifen der dreispurigen Autobahn nach rechts und prallte gegen das Heck eines Sattelzugs, der auf der rechten Spur fuhr.

Durch den Zusammenprall wurde der Mercedes nach links abgewiesen und schleuderte in die Mittelschutzplanke, wo der Wagen letztlich zum Stehen kam. Nach dem Unfall stieg die 47-jährige Frau aus dem Fahrzeug aus und lief auf dem mittleren und linken Fahrstreifen auf und ab. Hierbei versuchte sie vorbeifahrende Verkehrsteilnehmer anzuhalten, was ihr schließlich auch gelang. Ein noch unbekannter Autofahrer, der vermutlich am Steuer eines schwarzen Chrysler mit Stuttgarter Zulassung (S) saß, mitgenommen. Eine umgehend eingeleitete Fahndung nach dem Wagen verlief ohne Erfolg.

Kurz nach dem Unfall Zuvor wurde der Polizei eine Anhalterin auf der Fahrbahn der A 81, zwischen den Anschlussstellen Mundelsheim und Ilsfeld, auf Höhe der Raststätte Wunnenstein gemeldet. Polizeibeamte konnten allerdings niemanden mehr antreffen. Ob es sich hierbei um die 47-Jährige gehandelt hat, ist derzeit noch unklar.

Polizei findet Unfallbeteiligte in Untergruppenbach

Über den Polizeinotruf ging wenige Minuten später die Meldung ein, dass sich im Bereich der Autobahnanschlussstelle Untergruppenbach eine Person aufhalten würde, die einen verwirrten Eindruck machte. Eine Streifenwagenbesatzung des Polizeipräsidiums Heilbronn wurde auf die Fahndungsmaßnahmen aufmerksam und traf die 47-jährige Unfallbeteiligte in der Nähe der Anschlussstelle Untergruppenbach an.

Die Frau stand augenscheinlich unter dem Eindruck einer psychischen Ausnahmesituation und sperrte sich außerdem gegen das Anlegen der Handschließen. Aufgrund der Gesamtumstände musste sich die 47-Jährige einer Blutentnahme unterziehen und ihr Führerschein wurde beschlagnahmt. Nach Abschluss sämtlicher Maßnahmen wurde die Frau schließlich in eine psychiatrische Einrichtung gebracht.

Gesperrte Spuren und fünf Kilometer Stau

Im Rahmen der parallel verlaufenden Unfallaufnahme musste der Mercedes abgeschleppt und die Hebebühne des Sattelzugs, die bei dem Unfall abriss, durch ein Abschleppunternehmen mithilfe eines Krans geborgen werden. Die Höhe des Sachschadens liegt bei etwa 22.000 Euro. Die mittlere und die linke Fahrspur waren bis etwa 10.45 Uhr und der Standstreifen sowie der rechte Fahrtstreifen bis etwa 11.40 Uhr gesperrt. Es bildete sich ein Stau von etwa fünf Kilometern. Darüber hinaus befanden sich 13 Wehrleute der Freiwilligen Feuerwehr Pleidelsheim mit zwei Fahrzeugen im Einsatz. Sie kümmerten sich um ausgelaufene Betriebsflüssigkeiten.

Die Verkehrspolizeiinspektion Ludwigsburg führt die weiteren Ermittlungen und bittet den noch unbekannten Autofahrer, der die 47-Jährige in seinem Fahrzeug mitgenommen hatte oder Zeugen, die sachdienliche Hinweise zum Kennzeichen des schwarzen Chrysler geben können, sich unter der Tel. 0711/6869-0 zu melden. Zudem werden Verkehrsteilnehmer gesucht, die eventuell durch das Verhalten der Frau gefährdet worden sind.