23-Jähriger klettert in Bad Friedrichshall auf Güterzug und stirbt nach Stromschlag

Zwei Männer sind auf einen abgestellten Güterzug geklettert und haben einen Stromschlag erlitten. Einer der beiden, ein 23-Jähriger, starb noch am Unfallort, wie die Bundespolizei am Samstagmorgen mitteilte.

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Am Samstag (23. Oktober) kam es gegen 1.17 Uhr zu einem Polizei- und Rettungseinsatz am Hauptbahnhof Bad Friedrichshall. Bisherigen Informationen zufolge sollen zwei junge Männer im Alter von 22 und 23 Jahren in den frühen Morgenstunden auf einen abgestellten Güterwaggon geklettert sein. Dabei kamen sie der Oberleitung offenbar zu Nahe und erlitten beide einen Stromschlag.

Der 23-Jährige wurde durch den Vorfall so schwer verletzt, dass er noch am Unfallort verstarb, wie die Bundespolizei mitteilte. Sein 22-jähriger Begleiter wurde durch alarmierte Rettungskräfte mit Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert. Er befindet sich laut aktuellen Erkenntnissen außer Lebensgefahr.

Wie Denis Sobek, Sprecher der Bundespolizei, auf Nachfrage von Stimme.de sagte, habe der Verletzte wohl selbst noch den Notruf verständigen können. Die beiden Opfer seien gar nicht direkt mit der Leitung in Berührung gekommen. Das sei leider oft die unterschätzte Gefahr - feuchte Luft sei in diesem Fall gefährlich. Immer wieder unterschätzten das junge Menschen. Es entstehe ein tödlicher Lichtbogen, der Strom springe über und gelange über den Körper zur Erde.

Bahnabschnitt zeitweise gesperrt

Neben Einsatzkräften des Rettungsdienstes, der Feuerwehr und Mitarbeitern der Deutschen Bahn waren zudem Streifen der Landes- und Bundespolizei, sowie ein Polizeihubschrauber im Einsatz. Der betroffene Streckenabschnitt wurde für den Zeitraum der Einsatz- und Rettungsmaßnahmen gesperrt. Die Landes- und Bundespolizei haben die Ermittlungen zu dem Vorfall aufgenommen.

Der Unfall geschah im hinteren Gleisbereich des Bahnhofs - dort, wo in der Regel auch Güterwaggons stehen. Polizeiabsperrband hängt auch am Samstag noch in der Nähe des Unfallorts: am Zugang zu den Gleisen 10 und 11.

Wie Bundespolizei-Sprecher Denis Sobek weiter schildert, könne man ausschließen, dass die Opfer zum Sprühen auf die Waggons wollten. Der genaue Hintergrund sei noch unklar und werde aktuell ermittelt. 

Ähnlicher Todesfall vor einem Jahr in Böckingen

Die Bundespolizei warnt in diesem Zusammenhang deutlich: "Unbefugte Aufenthalte in Gleisanlagen sind lebensgefährlich. Die Gefahren, die von Bahn-Oberleitungen ausgehen sind nicht sichtbar und werden oftmals unterschätzt. Bereits die Nähe zu Bahn-Oberleitungen, zum Beispiel durch das Klettern auf Bahn-Waggons, genügt für einen Stromüberschlag. Die Oberleitung muss hierfür nicht einmal berührt werden. Die Bahn-Oberleitungen haben eine Spannung von 15.000 Volt, was etwa dem 65-fachen einer Haushaltssteckdose entspricht."

Erst im September vor einem Jahr war ein 21-jähriger Mann am Heilbronner Güterbahnhof in Böckingen ebenfalls an einem Stromschlag gestorben, weil er auf einen Waggon geklettert war.

 

 

Adrian Hoffmann

Adrian Hoffmann

Reporter

Adrian Hoffmann gehört dem Reporterteam der Heilbronner Stimme an, das vor allem über Blaulicht-Themen und tagesaktuelles Geschehen in der Region berichtet.