Nach Flucht aus Psychiatrie: Polizei nimmt einen Straftäter fest

Heilbronn/Weinsberg  Die Polizei hat inzwischen einen der vier aus der geschlossenen Psychiatrie in Weinsberg entkommenen Männer festnehmen können. Das bestätigte Heilbronns Polizeisprecher Gerald Olma am Freitagmorgen.

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Der Maßregelvollzug in Weinsberg. Foto: Heike Kinkopf

Bei der festgenommenen Person soll es sich um den gesuchten Benjamin N. handeln. Zeugenhinweise aus der Bevölkerung hätten am späten Donnerstagabend zum Erfolg geführt. Wo der Zugriff erfolgte und weitere Details nennt OIma bewusst nicht. Dies habe ermittlungstaktische Gründe.

Die Polizei wertet aktuell die neuen Erkenntnisse aus und erhofft sich weitere Hinweise über mögliche Aufenthaltsorte der drei anderen Flüchtigen. Insbesondere rund um die Einrichtung laufen weiterhin intensive Suchmaßnahmen, wie die Ermittler am Morgen mitteilten.

Die vier Männer zwischen 24 und 37 Jahren waren in der Nacht auf Donnerstag aus dem Klinikum am Weissenhof in Weinsberg aus einer geschlossenen Station - dem Maßregelvollzug - geflüchtet.

Die Polizei hat am Donnerstag Fotos und Namen der Flüchtigen veröffentlicht (siehe unten) und hofft weiter auf Hinweise aus der Bevölkerung. Wer die Männer sehe, solle sich nicht in Gefahr begeben, sondern die Polizei über den Notruf 110 rufen, hieß es. Wie die Polizei weiter mitteilte, gelten die Flüchtigen als gefährlich und sind möglicherweise bewaffnet. Zudem wird davor gewarnt, Personen als Anhalter mitzunehmen.

Ermittlungen wegen Gefangenenmeuterei 

Am Boden liegt das kaputte Fenster aus dem oberen Stockwerk, von wo sich die Täter abgeseilt haben. Foto: Heike Kinkopf

Nach Stimme-Informationen soll sich einer der Flüchtigen wegen versuchten Totschlags im Maßregelvollzug befunden haben. Die Staatsanwaltschaft Heilbronn bestätigte das.

Nach Angaben der Heilbronner Staatsanwaltschaft gibt es Anhaltspunkte für eine gemeinsame Planung und Ausführung des Ausbruchs, daher wird gegen alle vier Männer wegen gemeinschaftlich begangener Gefangenenmeuterei ermittelt.

 

Polizei veröffentlicht Namen der Flüchtigen

Die Polizei hat Fotos der Flüchtigen im Internet veröffentlicht. "Wer erkennt die beschriebenen Männer und kann weitere Hinweise auf den Aufenthaltsort geben?", fragt die Polizei. Zeugenhinweise bitte unter der Telefonnummer: 07131/104-4444 oder Mail: heilbronn.kd@polizei.bwl.de.

CHERIF, Yousef
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Info: In einer früheren Version dieses Textes hieß es, einem der Männer sei ersten Informationen zufolge in der Vergangenheit auch sexueller Missbrauch von Kindern zur Last gelegt worden. Das ist falsch. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen - insbesondere, weil er möglicherweise zu Verunsicherung beigetragen hat.




Adrian Hoffmann

Adrian Hoffmann

Reporter

Adrian Hoffmann gehört dem Reporterteam der Heilbronner Stimme an, das vor allem über Blaulicht-Themen und tagesaktuelles Geschehen in der Region berichtet.