Heilbronn
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Illegale Schleusung: Durchsuchungen in vier Bundesländern

Wegen des Verdachts illegaler Schleusungen sind Wohnungen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Bayern durchsucht worden.

Von unserer Redaktion
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Blauchlicht
Ein Blaulicht leuchtet auf dem Dach eines Polizeifahrzeugs.

Bei einem unter der Federführung des Polizeipräsidiums Heilbronn großangelegten Einsatz sind am vergangenen Mittwoch 20 Wohnungen und Arbeitsstellen in mehreren Bundesländern wegen des Verdachts der illegalen Einschleusung von Menschen nach Deutschland durchsucht worden. Das teilen Staatsanwaltschaft und Polizeipräsidium Heilbronn am Freitag in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit.

In mindestens 112 Fällen sollen drei Männer aus Kamerun gemeinsam mit sechs Mittätern überwiegend Studenten aus acht afrikanischen Ländern Aufenthaltsgenehmigungen in Deutschland verschafft haben. Dafür haben sie bei den Ausländerämtern sogenannte Verpflichtungserklärungen abgegeben. Darin verbürgen sich die Antragsteller dafür, dass für den Lebensunterhalt der Einreisenden finanziell gesorgt ist.

Eine solche Absicherung hänge auch von der finanziellen Situation des Antragstellers ab. Da Anträge aber offenbar nicht zentral erfasst werden, sollen die Tatverdächtige bei mehreren Ausländerbehörden in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen falsche Verpflichtungserklärungen abgegeben haben.

Einer der Hauptverdächtigen soll neben seinem Wohnsitz im Landkreis Heilbronn acht weitere Wohnsitze angemeldet haben, um von dort aus Studenten einzuladen. Diese sollen sich mittlerweile auf 13 Bundesländer verteilen. Für die Ermittler besteht der Verdacht, dass die Tatverdächtigen für die Abgabe der Erklärungen Geld erhalten haben. Der Tatzeitraum liege zwischen den Jahren 2017 bis 2021. Es sei umfangreiches Beweismaterial gesichert worden. Insgesamt waren knapp 130 Polizeibeamte in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Bayern am Einsatz beteiligt.

Die Taten waren im Ausländeramt des Landratsamtes Heilbronn aufgefallen. Zunächst habe man die Ermittlungen selbst geführt, danach Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft gestellt. Die Polizei Heilbronn übernahm die Ermittlungen. Keiner der Tatverdächtiger sei festgenommen worden.   

 

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