Enkeltrickbetrüger festgenommen

Heilbronn 

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Bereits seit September 2019 ermittelt eine eigens bei der Kriminalpolizei Heilbronn eingerichtete Ermittlungsgruppe zielgerichtet und in enger Absprache mit der Staatsanwaltschaft Heilbronn im Deliktsfeld "Betrug zum Nachteil älterer Menschen".

Im Rahmen von verdeckt geführten Maßnahmen konnte am 11. Mai festgestellt werden, dass eine 49-jährige tatverdächtige Polin nach Deutschland eingereist war und sich mit weiteren Familienmitgliedern in einem Stuttgarter Hotel eingemietet hatte. Am Folgetag, den 12. Mai, fuhr die 49-Jährige mit einem Taxi in eine Gemeinde im Landkreis Reutlingen, wo sie 15.000 Euro bei einer
älteren Dame abholte, die zuvor durch ein weiteres Bandenmitglied davon überzeugt worden war, mit dem Geld einen Verwandten zu unterstützen. Nach der Geldabholung fuhr die Tatverdächtige zurück nach Stuttgart.

Am selben Tag fuhr ein weiteres Mitglied der Bande, eine 48-jährige Polin, die mit der weiteren Beschuldigten im Stuttgarter Hotel logierte, in eine Landkreisgemeinde von Göppingen und holte 30.000 Euro bei einer Seniorin ab, die ebenfalls in der Annahme war, mit dem Geld ein Familienmitglied bei einem Immobilienkauf zu unterstützen. Beide Polinnen konnten nach der Geldübergabe durch Spezialkräfte der Polizei vorläufig festgenommen werden. Die insgesamt 45.000 Euro wurden sichergestellt.

Die Staatsanwaltschaft Heilbronn, welche ein Sammelverfahren wegen gewerbsmäßigen Bandenbetruges gegen Mitglieder der Tätergruppierung betreibt, beantragte Haftbefehle gegen die beiden Polinnen. Beide wurden einem Haftrichter beim Amtsgericht Heilbronn vorgeführt. Nach Erlass der Haftbefehle wurden sie in verschiedene Justizvollzugsanstalten eingeliefert.

Beim Amtsgericht Heilbronn wurde am heutigen 27. Mai eine weitere Geldabholerin der Betrügerbande zu drei Jahren und zwei Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Die 24-Jährige war bereits am 4. Dezember 2019 nach einem Enkeltrick und der Übergabe von 35.000 Euro in Leonberg festgenommen worden.