Zwei Tote in Wohnmobil geben Rätsel auf

Von Alexander Klug

Pfaffenhofen 

Die Ermittlungen zum Brand eines Wohnmobils bei Pfaffenhofen gehen weiter. In dem Fahrzeug waren am Sonntagabend die sterblichen Überreste eines Mannes und einer Frau gefunden worden. Zudem steht inzwischen fest, dass das Fahrzeug im Landkreis Heilbronn zugelassen war. 

Ein ausgebranntes und in Planen gehülltes Wohnmobil steht auf einer Wiese. Zwei Menschen wurden in dem Fahrzeug tot aufgefunden. Foto: dpa

Der Kommandant der Pfaffenhofener Feuerwehr wirkt noch Stunden später betroffen von den Ereignissen des Vorabends. Das Auto habe lichterloh gebrannt, trotz Sturm und Regen, als die Feuerwehrleute gegen 19 Uhr den Hügel hinauf fuhren.

"Ich hatte gleich das Gefühl, dass da etwas ganz und gar nicht stimmt", berichtet Matthias Fried. "Es lagen viele Trümmerteile herum, es muss eine Explosion gegeben haben." Er alarmiert sofort die Polizei. Er sollte recht behalten: Als die Feuerwehrleute die Hecktüre des Campingfahrzeugs öffnen, findet sie eine Leiche. Als sich der Rauch verzieht, kommt weiter vorne im Fahrzeug eine zweite zum Vorschein. Beide bis zur Unkenntlichkeit verbrannt.

Vor Gefahr durch Gasflaschen gewarnt

Das Feuer sei durch den starken Wind immer wieder angefacht worden, sagt Matthias Fried. "Weil es sich um einen Campingwagen handelte, habe ich meine Leute sofort vor Gas gewarnt. Das haben viele Camper in Flaschen dabei." Außerdem habe man den Ort des Geschehens möglichst schnell abgesperrt, um mögliche Spuren zu schützen. "Auch wir haben das Fahrzeug nicht betreten, damit keine Spuren zerstört werden", sagt Matthias Fried. Vier Stunden lang war die Pfaffenhofener Feuerwehr im Einsatz.

Allzu viel ist über das Fahrzeug samt toter Insassen noch nicht bekannt, wie die Polizei mitteilt."Spurensicherung und Kriminalpolizei untersuchen jetzt das Fahrzeug", sagt der Sprecher des Heilbronner Polizeipräsidiums, Frank Belz. Auch Spezialisten vom Landeskriminalamt werden zur Untersuchung hinzugezogen.
Wie die Polizei am Montagnachmittag mitteilte, handelt es sich bei den beiden Personen um eine Frau und einen Mann. Zur Identität der Toten gab es noch keine gesicherten Erkenntnisse. Fest steht inzwischen, dass das Wohnmobil im Landkreis Heilbronn zugelassen war. 

Todesermittlungsverfahren eingeleitet

Zwei Leichen in ausgebranntem Campingwagen bei Pfaffenhofen
Der ausgebrannte Camper mit zwei Leichen wurde auf einer Anhöhe über Pfaffenhofen gefunden. Die Feuerwehr hat das Gelände am Sonntagabend weiträumig abgesperrt. Foto: Alexander Klug

Der Fall hat auch die Heilbronner Staatsanwaltschaft erreicht. "Wir lassen nun überprüfen, ob es ein Fremdverschulden gegeben hat, sprich, ob eine Straftat vorliegt", sagt Staatsanwältin und Sprecherin Bettina Jörg. Ein sogenanntes Todesermittlungsverfahren sei im Gange. Über die Identität der Fahrzeuginsassen und eventuell die Ursachen der Ereignisse soll eine Obduktion Auskunft geben, sie wurde ebenfalls bereits angeordnet.

Auch Pfaffenhofens Bürgermeister Dieter Böhringer machte sich am Sonntagabend ein Bild von den Ereignissen im Außenbereich seiner Gemeinde. "Als ich vor Ort angekommen bin, hat das Auto noch gebrannt. So etwas habe ich noch nie gesehen", sagt das Gemeindeoberhaupt, das seit 36 Jahren an der Spitze Pfaffenhofens steht. "Es war eine schockartige Stimmung." Er habe sich gewundert, wie ein Auto bei so starkem Regen überhaupt brennen kann. "Die ganze Tragik kam dann erst zutage, als das Feuer gelöscht war und die Feuerwehr die Türen geöffnet hat", sagt Dieter Böhringer. "Ich bin ein paar Schritte weggegangen."

"Sehr ungewöhnlicher Platz"

Er könne sich nicht erinnern, das Fahrzeug schon einmal gesehen zu haben. "Der Ort dort draußen ist mir nicht als Treffpunkt oder ähnliches bekannt. Für einen Camper ein sehr ungewöhnlicher Platz. Dort fährt man nicht wegen der Aussicht hin." Wegen der Entfernung zwischen Weg und Fahrzeug glaubt er auch nicht an einen Unfall. "Dann hätte man derartige Spuren in der Wiese um das Auto herum gefunden." Jetzt habe die Polizei das Fahrzeug mitgenommen, "und wir können nur abwarten, was die Fachleute an Erkenntnissen zutage fördern."