Vermummter löst Großeinsatz an Neckarsulmer Schule aus

Neckarsulm  Ein vermummter Mann hat am Donnerstagmittag einen Großeinsatz der Rettungskräfte an der Hermann-Greiner-Realschule in Neckarsulm ausgelöst. Vier Schüler erlitten einen Schock und mussten ärztlich behandelt werden.

Von unserer Redaktion
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An der Hermann-Greiner-Realschule in Neckarsulm ist es am Donnerstagmittag zu einem Großeinsatz von Polizei, Feuerwehr und DRK gekommen.

Kurz vor 12 Uhr wurde zunächst ein Brandalarm ausgelöst. Als die Freiwillige Feuerwehr Neckarsulm eintraf, wurde festgestellt, dass es sich um einen Missbrauch des Notrufes handelte. Da aber auch ein Vermummter auf dem Schulgelände gemeldet wurde, rückte die Polizei ebenfalls mit starken Kräften an.

Vermummter setzt sich zu Schülern ins Klassenzimmer

Die ersten Ermittlungen ergaben, dass zwei Schulfremde auf dem Schulhof gesehen wurden. Die beiden trennten sich, woraufhin einer sich mit einem Schal vermummte und sich in ein Klassenzimmer einer neunten Klasse zwischen die Schülerinnen und Schüler setzte. Als die Lehrerin kam, sprach sie den Mann an, dieser begleitete sie nach draußen. Dort rannte er davon und schlug auf seiner Flucht einen Feuermelder ein.

Da der Mann während seines Aufenthaltes im Klassenzimmer einmal seine Gesichtsverhüllung abnahm, um eine Tablette einzunehmen, konnten die Schülerinnen und Schüler sein Gesicht erkennen. Deshalb konnte der Tatverdächtige im Bereich der Schule identifiziert und festgenommen werden. Auch der zweite Mann wurde - nachdem er von Schülern als Mittäter erkannt worden war - in Gewahrsam genommen. Beide Männer waren unbewaffnet und es wurde niemand direkt bedroht, wie die Polizei Heilbronn mitteilte.

Männer streiten Tat ab

Bei den Tatverdächtigen handelt es sich um zwei polizeibekannte Männer im Alter von 31 und 34 Jahren. Beide streiten ab, in der Schule gewesen zu sein. Deshalb ist auch das Motiv des rätselhaften Verhaltens unklar.

Im Einsatz waren rund 30 Polizeibeamte, 42 Einsatzkräfte der Feuerwehr, drei Notärzte mit sechs Rettungsassistenten und zwei Notfallseelsorger. Der Rettungsdienst musste vier Schüler wegen eines leichten Schocks behandeln. Alle Schüler und Lehrer wurden in die Sporthalle gebracht, wo sie betreut und am Ende des Einsatzes über die Lage informiert wurden.

Nachmittagsunterricht fällt aus

Nachdem Polizeikräfte das Schulgebäude durchsucht hatten, wurde dieses wieder frei gegeben. Die Schüler mussten jedoch nicht in die Klassenzimmer zurück. Auch die Nachmittagsschule fiel aus.

Zur Tatzeit waren etwa 750 Schülerinnen und Schüler in der Schule. Gegen die Tatverdächtigen wird ermittelt wegen Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch und Missbrauchs einer Notrufanlage.