Unbekannte zerstören AfD-Stand in der Fußgängerzone

Heilbronn  Etwa zwölf vermummte Personen haben am Samstag den Wahlstand der Partei Alternative für Deutschland attackiert. Der Staatsschutz ermittelt.

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Etwa zwölf vermummte Personen haben am Samstag den Wahlstand der Partei Alternative für Deutschland attackiert. Der Staatsschutz ermittelt.

Foto: privat
Die Unbekannten trugen weiße Vollkörperanzüge mit Kapuze. Sie zogen zunächst ein rotweißes Absperrband um den AfD-Stand vor der Galeria Kaufhof in der Fleiner Straße in Heilbronn. Dann sprühten sie „Tatort Rassismus“ auf den Boden. 

Als die Unbekannten die Broschüren wegnehmen wollten, wurden sie von den AfD-Wahlhelfern daran gehindert, teilt die Polizei auf Anfrage der Heilbronner Stimme mit. Die Täter warfen den Stand um und flüchteten. Verletzt wurde niemand. Die Polizei rechnet die Täter „eindeutig dem linken Spektrum“ zu. 

Zeugen gesucht

Bei den Angreifern soll es sich um sechs Männer und sechs Frauen im Alter von 20 bis 25 Jahren handeln. Ein etwa 1,80 Meter großer, schlanker Mann hatte keinen Mundschutz übergezogen. Er hat längere, zu einem Zopf gebundene Haare. Zudem trug er eine Brille und sprach mit schwäbischem Akzent.

Eine junge Frau stand etwas abgesetzt vom Geschehen und filmte oder fotografierte die Situation. Die Frau dürfte Ende 20 sein und hatte blonde längere Haare, die ebenfalls zu einem Zopf gebunden waren. Nach dem Angriff rannten die unbekannten Personen in verschiedene Richtungen davon. Eine Fahndung erbrachte keine weiteren Hinweise auf die Identität der Täter.

Die Kriminalpolizei Heilbronn hat die Ermittlungen übernommen und hofft auf Zeugenhinweise. Diese sollten sich unter Telefon 07131 104-4444 melden. Bereits im November kam es zu einer Beschädigung eines Wahlstandes. Eine Strafanzeige wurde jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht gestellt.

Bereits am 14. November ereignete sich laut Polizei ein ähnlicher Fall. Damals seien die Täter ermittelt worden. Auch bei einer AfD-Veranstaltung im Schießhaus Heilbronn am 31. Oktober sei es zu einem Vorfall gekommen. kik

 

Angriff auf Plakataufsteller in Karlsruhe - Parteichef empört

Nach dem Angriff auf einen Plakataufsteller der Alternative für Deutschland (AfD) in Karlsruhe hat Landes- und Bundessprecher Jörg Meuthen den anderen Parteien schwere Vorwürfe gemacht. Die Kräfte im Land, „die uns unentwegt vollkommen fälschlich und wider besseres Wissen als Rechtsradikale, als Rassisten, als Ausländerfeinde und anderes mehr bezeichnen“, trügen Mitverantwortung. „Der unmittelbar physischen Gewalt geht die verbale Gewalt voraus, die dies scheinbar rechtfertigt und ihr den Weg erst bereitet“, teilte Meuthen am Montag mit.

Am Samstagabend hatte nach Angaben des AfD-Kreisverbands ein unbekannter Mann auf einen im Auto sitzenden Plakataufsteller geschossen. Der 36 Jahre alte Mann konnte unverletzt davonfahren, der vermummte Angreifer flüchtete unerkannt. Die Untersuchung der Polizei war am Montag noch nicht abgeschlossen.

Nach Darstellung des AfD-Kreisverbands hatte der Täter den Plakatierer aufgefordert, zu verschwinden. Nach Mitteilung der Polizei gab es einen Knall, und die Seitenscheibe des Lieferwagens zersprang. Der 36-Jährige habe eine kleinere Pistole in der Hand des Angreifers erkannt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Verdachts der versuchten Tötung. Ein Projektil sei aber nicht gefunden worden, sagte der Erste Staatsanwalt Tobias Wagner.