Trauergäste verstoßen gegen Abstandsregeln

Heilbronn  Die Beerdigung eines 36-jährigen Mannes löst einen Polizeieinsatz aus. Die 200 Trauergäste missachten das Hygieneschutzgesetz. 60 Teilnehmer erhalten eine Anzeige.

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Bei einer Beerdigung in Heilbronn haben etwa 200 Trauergäste gegen die Abstandsregeln, die wegen des Coronavirus gelten, verstoßen. Nach Angaben der Polizei Heilbronn hatten Angehörige des Verstorbenen in einem Facebook-Post zu einer Trauerfeier des 36-jährigen Deutsch-Irakers vor der Fatih-Moschee in Heilbronn aufgerufen. Nach Rücksprache mit der Polizei haben die Familienmitglieder die öffentliche Einladung wieder zurückgenommen.

Trotzdem fanden sich am Mittwochvormittag circa 200 Anteilnehmende auf dem Westfriedhof in Heilbronn ein. "Die Trauergäste haben sich zunächst in Zweiergruppen an die Abstandsregeln gehalten", sagt Belz. Als Angehörige den Sarg vor das Eingangstor des Friedhofs geschoben haben, seien die Abstandsregeln während der Predigt und des gemeinsamen Gebets nicht eingehalten worden. Trauergäste hätten sich um den Sarg des Verstorbenen versammelt.

Etwa 20 Polizisten griffen daraufhin ein und nahmen die Personalien der Anwesenden auf. "Die Teilnehmer waren kooperativ", sagt Belz. 60 Teilnehmer wurden wegen des Verstoßes gegen das Hygieneschutzgesetz angezeigt. Die Ermittlungen dauern an. Belz geht davon aus, dass sich die Verstöße im Bereich einer Ordnungswidrigkeit bewegen.

Die Beisetzung fand daraufhin im kleinen Personenkreis von zehn Teilnehmern statt. 

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels hatten wir berichtet, dass ein Imam über Facebook zum gemeinsamen Gebet vor der Fatih-Moschee aufgerufen hatte. Der Aufruf stammte aber von Angehörigen des Verstorbenen.


Jürgen Kümmerle

Jürgen Kümmerle

Reporter

Jürgen Kümmerle ist Redakteur im Reporterteam der Heilbronner Stimme. Diese Einheit berichtet über das tagesaktuelle Geschehen in der Region und kümmert sich um investigative Recherchen.