Tödlicher Unfall im Freibad

Bad Wimpfen 

Ein 35-Jähriger ist am Samstagnachmittag im Wimpfener Freibad ums Leben gekommen. Der Mann war vom  Fünfmeterturm gesprungen. Als er wieder auftauchte, landete ein anderer Springer auf ihm. Der 35-Jährige erlag im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen.

Sprungturm im Freibad Bad Wimpfen
Der Sprungturm im Freibad Bad Wimpfen - aufgenommen einige Tage vor dem Unfall. Foto: Manuel Maier

 

Am Samstagnachmittag hat sich im Bad Wimpfener Freibad ein tragischer Unfall ereignet, bei dem ein 35-jähriger Mann ums Leben kam. Der Mann sprang nach Angaben der Polizei gegen 16 Uhr vom Fünf-Meter-Turm. Als er wieder auftauchte, sprang ein 28-Jähriger vom Zehn-Meter-Turm auf den schwimmenden Mann. Der 35-Jährige war sofort bewusstlos. Er wurde von Badegästen aus dem Wasser geborgen und vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht. Dort erlag er im Laufe des Sonntags seinen schweren Verletzungen.

Wie es zu dem Unglück kommen konnte, ist jetzt Gegenstand der kriminalpolizeilichen Untersuchungen. „Wir ermitteln im Moment allgemein, wie der Unfall passieren konnte“, erklärte Polizeipressesprecher Rainer Köller. Dabei sei die Polizei vor allem auf Zeugen angewiesen. „So wie es aussieht, sind zum Unfallzeitpunkt alle Sprungtürme geöffnet gewesen“, sagte Köller. Ob dies gegen irgendwelche Bestimmungen verstieß, müsse noch überprüft werden.
Der 28-Jährige wurde ebenfalls mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Laut Polizei ist er außer Lebensgefahr, aber noch nicht vernehmungsfähig.

Die vier Sprungbretter des Turms am Beckenrand des Freibads liegen übereinander. „Das wird aus Platzgründen oft so gebaut“, sagt Joachim Heuser, Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen e.V. „Dann dürfen aber nicht alle Sprungbereiche gleichzeitig geöffnet sein. Das ist lebensgefährlich.“
Sollte dies in Bad Wimpfen der Fall gewesen sein, habe der Betreiber grob fahrlässig gehandelt. „Das wäre ein Riesenfehler und ist eigentlich kaum vorstellbar. Mit dem Betrieb einer 10-Meter-Sprunganlage trägt der Betreiber eine hohe Verantwortung.“ Es könne auch sein, dass ein Badegast das Sprungbrett unerlaubterweise benutzt habe. „Zwar muss am Beckenrand ein Bademeister seiner Aufsichtspflicht nachkommen. Aber der kann auch nicht alles verhindern.“ Zum Betrieb eines Sprungturmes gibt es laut Heuser kein Gesetz, sondern lediglich Normrichtlinien, in denen beispielsweise der Standort, die Wassertiefe und die Abstände der Absprungstellen festgelegt sind.

Die Betreiber des Schwimmbads, die Göring Bäderbetriebe Bad Wimpfen, wollten mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nichts zu dem Unfall sagen. Zeugen werden gebeten, sich bei der Kriminalpolizei Heilbronn, Telefon 07131 104-4444, zu melden. abi