Schwarzer Rauch über der Stadt: Brand auf EnBW-Gelände

Heilbronn  In der Rauchgasentschwefelungsanlage des Heilbronner EnBW-Kraftwerks war ein Brand ausgebrochen. Feuerwehr und Polizei waren im Einsatz.

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Zu einem Großeinsatz auf dem Betriebsgelände der EnBW rückte die Feuerwehr Heilbronn am Samstagnachmittag aus. Dort war eine Anlage in Brand geraten. Ein Mitarbeiter des Unternehmens kam verletzt ins Krankenhaus. Etwa 105 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

Die schwarze Rauchwolke war am Samstagnachmittag weithin über der Stadt Heilbronn zu sehen. Wie Eberhard Jochim, Kommandant der Heilbronner Feuerwehr, sagte, wurden die Einsatzkräfte um 14.37 Uhr von Anwohnern alarmiert, die von außen Rauch über dem Kamin festgestellt hatten. Die beiden Schlote ragen viele Meter hoch in die Luft und sind von Weitem zu sehen.

Gleichzeitig sei von der EnBW die Meldung eingegangen, dass es zu einem Feuer gekommen sei. Um 14.44 Uhr waren die ersten Einsatzkräfte laut Jochim vor Ort. Es kamen immer weitere Einsatzwagen angebraust, dazu Polizei und Sanitäter.

Feuer brach in Rauchgasentschwefelungsanlage aus

Das Feuer brach nach Angaben von Jochim und EnBW-Betriebsleiter Jürgen Weigelt in einer sogenannten Rauchgasentschwefelungsanlage aus. „Man muss sich die Anlage wie einen riesengroßen Trichter vorstellen“, sagte Jochim. Die Rettungskräfte waren in der Kaminanlage auf verschiedenen Ebenen im Einsatz. In der Anlage wird Rauchgas rückgekühlt, erklärte Jochim. „Es gibt verschiedene Zugänge, durch die geht die Feuerwehr rein.“ Es handele sich um ein Blech-Kanal-System, das innen mit Gummi ausgekleidet sei. „Dieser Gummi brennt“, so Jochim.

Wie das Feuer entstanden ist, war gegen Abend noch unklar. „Bisher wissen wir nur, dass Arbeiten in der Anlage stattgefunden haben, die Anlage war abgemeldet, sie war nicht in Betrieb“, sagte Weigelt. Diese Arbeiten seien geplant gewesen. Nach Angaben der Polizei soll es bei diesen Revisionsarbeiten zu mindestens einer Verpuffung gekommen sein.

Das Feuer wurde ihm zufolge von einem Brandwächter entdeckt, der sich vor den Luken platziert habe. „Er hat versucht, Erstmaßnahmen zu treffen“, so Weigelt weiter. Dabei wurde der 35-Jährige schwer verletzt, er kam laut Polizei mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus. „Genaues wissen wir noch nicht.“

Einsatzkräfte lange im Einsatz

Auch um kurz vor halb fünf waren die Feuerwehrleute noch mit der Brandbekämpfung zugange. „Wir haben es einigermaßen im Griff“, sagte Jochim. Aber durch die Komplexität der Anlage werde der Einsatz noch eine ganze Weile dauern. Entwarnung gab der Kommandant beim entwichenen Rauch. „Wenn Gummi im Feuer ist, ist es immer ein sehr schwarzer Rauch.“ Durch die Ausbringung des Rauchs über den Kamin komme es zu einer starken Verdünnung, „sodass wir keine Gefährdung der Bevölkerung haben“. Es gebe eine Trübung der Sicht. Der Schadstoff, der freigesetzt werde, sei nicht gesundheitsgefährdend. Dies ergaben Messungen, die die Feuerwehr in Teilbereichen vorgenommen hat.

Zuvor war es den Einsatzkräften gelungen, den betreffenden Schornstein zu schließen, so dass kein weiterer Rauch entweichen konnte und kein Sauerstoff zugeführt wurde.

Feuer aus

Gegen 18.30 Uhr war der Einsatz beendet. „Kein Feuer mehr“, teilte Weigelt auf Nachfrage mit. Die Feuerwehr spürt zur Stunde eventuelle Glutnester auf. „Gemeinsam mit der Feuerwehr werden wir über das Wochenende Brandwache halten", kündigte Weigelt an. Am Montag sollen Brandermittler der Ursache für das Feuer auf den Grund gehen. Den Gesamtsachschaden geben Polizei und Kraftwerksbetreiber mit rund einer Million Euro an.

 

 


Heike Kinkopf

Heike Kinkopf

Reporterin

Heike Kinkopf ist Redakteurin im Reporterteam der Heilbronner Stimme. Diese Einheit berichtet über das tagesaktuelle Geschehen in der Region und kümmert sich um investigative Recherchen.