Polizei: Lage an der Schozach ist dramatisch

Talheim/Ilsfeld  In der Schozach zwischen Ilsfeld und Talheim sind zahlreiche Fische und Enten verendet. Ein giftiger Stoff ist in den Fluss gelangt. Die Feuerwehr ist mit einem Großaufgebot im Einsatz. Die Ermittlungen führen nach Ilsfeld ins Industriegebiet.

Von Adrian Hoffmann
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Info: Über die aktuellen Ereignisse entlang der Schozach informieren wir >> in diesem Artikel.

 

 

In der Schozach sind zahlreiche Fische und Enten verendet. Ein giftiger Stoff ist in den Fluss gelangt. Die Feuerwehr ist mit einem Großaufgebot im Einsatz. Die Ermittlungen führen nach Ilsfeld ins Industriegebiet.

 

Die Lage an der Schozach bei Ilsfeld ist dramatisch, wie die Heilbronner Polizei vermeldet. Die Beamten vor Ort hätten Tausende toter Fische vorgefunden, außerdem mehrere tote Wasservögel. „Auch ein vor Ort verendetes Reh wurde entdeckt“, erläutert Rainer Köller, er ist Sprecher des Polizeipräsidiums Heilbronn.

Die Beamten warnen eindringlich vor Kontakt mit dem Schozachwasser oder der Entnahme von Wasser östlich von Ilsfeld flussabwärts. „Eltern sollten ihre Kinder besonders im Auge behalten, und Hundehalter ihre Hunde“, sagt Rainer Köller.

Da keine Verbindung zwischen Schozach und Tauchsteinsee bestehe, sei der See nicht in Gefahr. „Das gilt, Stand jetzt, auch für das Grundwasser“, führt der Sprecher aus. „Fachleute schauen aber regelmäßig nach der Qualität des Grundwassers.“

Insgesamt sind 80 Einsatzkräfte vor Ort, im Wesentlichen von der Feuerwehr. Woher die giftige Verunreinigung stammt, sei noch unklar, sagt Rainer Köller – man ermittle und gehe allen Hinweisen nach. „Die Schadenersatzforderungen dürften beachtlich sein.“ 

Bürgermeister spricht von einer Riesenkatastrophe

Die Meldung ging am Donnerstagmorgen um 9 Uhr bei den Einsatzkräften ein. Bis zum Nachmittag wird deutlich, dass zwischen der Einmündung des Gruppenbachs in die Schozach (bei Ilsfeld-Auenstein) bis zum Tauchsteinsee bei Talheim alle Lebewesen verendet sind. Talheims Bürgermeister Rainer Gräßle spricht von einer "Riesenkatastrophe".

Derzeit sind Polizei und Feuerwehr im Ilsfelder Industriegebiet im Einsatz. Auch am Tauchsteinsee ist die Feuerwehr mit einem Großaufgebot vor Ort, um das verunreinigte Wasser zu verdünnen. An dem Flussabschnitt ist am Nachmittag eine deutliche Schaumbildung zu sehen. Das Ökosystem sei hier auf Jahre hinaus zerstört, sagt Gräßle.

Polizei rechnet nicht mit schnellem Ergebnis 

Die Einsatzkräfte gehen davon aus, dass der giftige Stoff über den Gruppenbach in die Schozach geraten ist, denn in einem kleinen Kanal des Gruppenbachs wurden tote Regenwürmer gefunden. Der Gruppenbach mündet bei Ilsfeld-Auenstein in die Schozach.  

Was der Auslöser der Katastrophe ist und wer Verantwortlicher sein könnte, ist unklar. Die Ermittlungen hierzu laufen, die Polizei rechnet am Donnerstag allerdings nicht mehr mit sicheren Ergebnissen. Außerdem können die Einsatzkräfte noch nicht absehen, welches Ausmaß die Verunreinigung noch annehmen kann. Ebenfalls unklar ist nach Angaben von Kreisbrandmeister Uwe Vogel noch, um welchen toxischen Stoff es sich genau handelt.

Trinkwasser bislang nicht betroffen

Die Feuerwehren sind am Nachmittag mit mehr als 80 Kräften vor Ort, um zu verhindern, dass sich das Tiersterben weiter ausbreitet. Nach den ersten Erkenntnissen besteht für das Trinkwasser bislang keine Gefahr. Falls sich doch noch eine Gefahr für die Bevölkerung ergeben sollte, wird die Polizei eine entsprechende Warnung veröffentlichen.

 


Die Schozach 

Die Schozach entspringt in der Nähe des Untergruppenbacher Weilers Vorhof und durchzieht auf rund 26 Kilometern Länge Teile des südöstlichen Landkreises Heilbronn. Zwischen den Heilbronner Stadtteilen Horkheim und Sontheim mündet der Fluss in den Neckar.

Das Schozachtal zwischen Ilsfeld und Talheim steht seit 1983 unter Landschaftsschutz.