Nach Whatsapp-Party sollen Eltern für Einsatz der Polizei zahlen

Von unserer Redaktion

Flein/Talheim 

Ein Großaufgebot der Polizei beendete am Wochenende eine Whatsapp-Party, bevor sie richtig begann. Der Initiator ist der Polizei schon bekannt - er hatte bereits im November zu einer Feier auf dem Haigern aufgerufen.

Am Freitag gegen 20 Uhr meldete ein Mitarbeiter des Fleiner Ordnungsamtes eine Gruppe von etwa 30 Jugendlichen, die mit diversen alkoholischen Getränken auf dem Weg in Richtung Haigern waren. Er bekam in Erfahrung, dass es eine Party geben solle, die in der geplanten Größe allerdings weder angemeldet noch genehmigt war.

Polizei stellt Drogen sicher und erteilt Platzverweise

Auf dem Haigern zwischen Talheim und Flein ist es im Herbst letzten Jahres zu einem Großeinsatz der Polizei gekommen. 13 Streifen waren vor Ort, um eine Party mit mindestens 100 Teilnehmern aufzulösen. Foto: Archiv/Heike Kinkopf

Bereits im November des vergangenen Jahres war es an der Grillstelle am Haigern bei Talheim zu einer Whatsapp-Party mit weit über 200 Teilnehmern gekommen. Bei der Feier im November hatten Teilnehmer bei einer Kontrolle Flaschen nach Polizeibeamten geworfen. Deshalb fuhren die Ordnungshüter dieses Mal vorsorglich mit sieben Streifen von verschiedenen Dienststellen an.

Gleich bei den ersten Kontrollen von anmarschierenden jungen Leuten, die zum Teil noch nicht einmal 18 Jahre alt waren, fand die Polizei nach eigenen Angaben vier Mal Rauschgift.

Die Polizei verhinderte durch die Kontrollen den Fußmarsch von etwa 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in Richtung Grillstelle. Allen Personen erteilte die Polizei Platzverweise, was bei den Jugendlichen und Heranwachsenden für großen Unmut und noch größeres Unverständnis sorgte. Einige verhielten sich aggressiv gegenüber den Beamten und schrien laut. Erst gegen 23 Uhr entschärfte sich die Situation, berichtet die Polizei.

Unbelehrbarer Party-Organisator

Es stellte sich heraus, dass derselbe 16-Jährige, der im November zu der Party aufgerufen hatte, auch dieses Mal wieder der Initiator war. Nach der Party im November sei der junge Mann „eindrücklich belehrt“ worden, teilt Polizeisprecher Rainer Köller auf Anfrage von Stimme.de mit. Es nützte offenbar nichts. 

Die Polizei kündigt an, die Kosten für den Polizeieinsatz in Rechnung zu stellen. Im November hatte sie darauf noch verzichtet. Laut Gebührenrecht sind 52 Euro pro Beamter und je Stunde möglich. Die Kosten dürften sich folglich auf mehr als 2000 Euro belaufen. Die genaue Höhe steht laut Polizei noch nicht fest. Die Eltern des Minderjährigen werden laut Köller einen Gebührenbescheid erhalten. Das Geld fließe in den Etat der Polizei.

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