Männer auf Fotos wiedererkannt

Von Jürgen Kümmerle

Heilbronn 

Nach dem mysteriösen Verschwinden des 17-jährigen Nico S. aus Obersulm hat die Polizei erste Hinweise. Demnach sind die drei Männer, die in der Nacht auf Samstag die Gruppe um Nico S. angesprochen hatten, auf Fotos wiedererkannt worden.

„Diese Fotos liegen uns vor. Anhand der Fotos versuchen wir, die Männer ausfindig zu machen“, sagt Rainer Köller, Sprecher der Heilbronner Polizei. Die Ermittler gehen davon aus, dass die drei Männer, die aus dem Raum Mosbach kommen sollen, die letzten waren, die Nico S. vor seinem Verschwinden gesehen haben.

Heimweg

Laut Polizeibericht vom Sonntag war Nico S. mit drei weiteren Freunden auf dem Heimweg von der Böckinger Gartenlaube. Auf Höhe der Götzenturmbrücke sollen sie von drei Männern angesprochen worden sein. Plötzlich rannte Nico S. los. Zwei der Männer sollen ihm gefolgt sein. Seitdem gilt der 17-Jährige als vermisst.

Die Gruppe um Nico S. traf zwar kurze Zeit später wieder auf die beiden Männer. Diese gaben aber vor, nichts vom Verbleib des Teenagers zu wissen. Freunde und Verwandte haben am Samstag mit der Suche nach dem Obersulmer begonnen. Mit Handzetteln baten sie die Bevölkerung um Mithilfe.

 

 

Die Polizei sucht weiter intensiv nach dem 17-Jährigen. Bereits am Samstag hatte die Polizei den Neckar beim Götzenturm abgesucht. Seit Montagmorgen sind Polizei und Feuerwehr mit Rettungsbooten auf dem alten Neckar zwischen Elektrizitätswerk und der Rosenbergbrücke unterwegs. Die Feuerwehr suchte diesen Bereich mit einem Sonargerät ab.

Ein Polizeihubschrauber überflog am Montagvormittag die Heilbronner Innenstadt. Fußstreifen suchten das Neckarufer ab. Bislang konnten die Einsatzkräfte den Vermissten nicht finden.

Bahnhof

Auch am Montag waren Freunde des Obersulmers in der Heilbronner Innenstadt und in Böckingen unterwegs. Schüler unter ihnen gaben an, dass sie sich von ihren Eltern vom Unterricht hatten entschuldigen lassen, um sich an der Suche nach Nico S. zu beteiligen. Sie verfolgen dabei jede Spur.

Ein Hinweis soll aus dem Bereich des Bahnhofs gekommen sein. Dort soll sich der Obersulmer bei einem Bäcker etwas zu essen gekauft haben. Auf Nachfrage weiß vor Ort niemand Bescheid. Auch bei der Bundespolizei Heilbronn, zuständig für das Bahnhofsgebäude, sind keine Hinweise eingegangen.

„Wir beteiligen uns im Rahmen unseres gesetzlichen Auftrags an der Fahndung nach dem Vermissten“, sagt Dieter Natterer von der Bundespolizei Heilbronn. Mit aufkommenden Spekulationen über den Verbleib von Vermissten müsse man aber „sehr vorsichtig sein“.

Nicht verwertbar

Trotzdem geht die Polizei den Hinweisen aus der Bevölkerung nach. Immer mal wieder will jemand Nico S. in Heilbronn und Umgebung gesehen haben. Aber: „Bislang ist alles, was bei uns einging, nicht verwertbar“, sagt Polizeisprecher Köller. Die Ermittler überlegen nun, ob sie Personenspürhunde einsetzen wollen. 

Betroffenheit

Bei den Verwandten von Nico S. ist die Betroffenheit groß. „Er ist ein herzlicher, lustiger Junge. Ich kann mich an nichts Negatives erinnern“, sagt seine Tante. Die Polizei sucht Zeugen. Insbesondere sollen sich die zwei Mosbacher melden, die den Obersulmer wohl als letztes gesehen haben. Einer der Männer hatte ein asiatisches Aussehen, die zwei anderen sollen Deutsche gewesen sein. 

Der Vermisste war Freitagnacht mit blauen Schuhen und blauer Hose bekleidet. Er trug ein dunkelblau-kariertes Hemd, eine schwarze Wolljacke mit Kapuze und einen schwarz-weißen Schal. Er ist etwa 1,76 Meter groß, hat kurze schwarze Haare und ein südländisches Aussehen.

Zeugen gesucht

Hinweise nimmt die Polizei unter 07131 104-4444 oder 07131 104-2500 entgegen.