Junggesellenabschied löst großen Polizeieinsatz aus

Leingarten  26 Einsatzkräfte der Schutz- und Kriminalpolizei sind am Donnerstagmorgen in Leingarten im Einsatz gewesen. Vor Ort stellte sich schnell heraus, dass keine Straftat, sondern ein Scherz für einen Junggesellenabschied den Notruf ausgelöst hatte. Der könnte nun ein teures Nachspiel haben.

Es sollte ein Spaß sein. Der Schuss geht aber nach hinten los. Fünf Männer planen einen lustigen Junggesellenabschied für einen Kumpel in Leingarten, der demnächst heiratet. Ihr Vorhaben zieht einen Polizeieinsatz mit 26 Beamten nach sich.

Eine Autofahrerin bemerkt am Donnerstagmorgen gegen 8 Uhr im Vorbeifahren an der Ecke der Eldoradostraße zwei bewaffnete Männer. Die Frau wählt sofort den Notruf und informiert die Polizei. "Sie hat alles richtig gemacht", sagt Gerald Olma, Sprecher des Heilbronner Präsidiums. 26 Einsatzkräfte der Schutz- und Kriminalpolizei rücken aus. Als sie vor Ort eintreffen, klärt sich die Situation schnell auf. Bis dahin gehen die Beamten jedoch von einer echten Bedrohungslage aus.

Polizei prüft Verstoß gegen Waffengesetz

Die fünf Freunde im Alter von 20 bis 30 Jahren tragen laut Polizei schwarze Anzüge, Sturmmasken und Schusswaffen. Sie sollen dem Bräutigam einen Stoffbeutel über den Kopf gezogen und dessen vermeintliche Entführung inszeniert haben. Als Waffe dient ihnen eine täuschend echt aussehenden Spielzeugmaschinenpistole. Bei ihr handelt es sich Olma zufolge um eine Softair-Waffe. Nach eigenen Angaben nimmt die Polizei die fünf Männer in dem Haus in der Eldoradostraße zunächst in Gewahrsam, und setzt sie auf freien Fuß, als sich die Lage geklärt hat.

Ob es sich bei dem missglückten Scherz um das Delikt "vortäuschen einer Straftat" handelt, möchte Olma nicht allzu streng bewerten. "Das darf man nicht zu engstirnig sehen." Wenn bei Hochzeiten eine Braut entführt werde, ermittle die Polizei ja auch nicht wegen Freiheitsberaubung. Allerdings werde die Polizei prüfen, ob ein Verstoß gegen das Waffengesetz vorliegt. Die Beamten denken zudem darüber nach, die Kosten für den Einsatz in Rechnung zu stellen.

Laut Gebührenrecht sind 52 Euro pro Beamter und je Stunde möglich. In diesem Fall habe sich aber rasch herausgestellt, dass keine Entführung vorliege, sagt Olma, sodass der Einsatz auch zügig abgearbeitet worden sei. Sollten die Männer einen Gebührenbescheid erhalten, fließt das Geld in den Etat der Polizei.

Jugendlicher musste 1300 Euro zahlen

Es wäre nicht das erste Mal, dass die Polizei die Ausgaben für einen Einsatz den Verursachern aufs Auge drückt. Ein 16-Jähriger war im Mai dazu verdonnert worden, 1300 Euro zu zahlen. Er hatte wiederholt über Whatsapp zu einer spontanen Party auf dem Haigern bei Talheim aufgerufen. Ein Großaufgebot der Polizei beendete jeweils die Treffen wegen Ruhestörung. Zur ersten Party waren etwa 250 Leute gekommen.

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Heike Kinkopf

Heike Kinkopf

Reporterin

Heike Kinkopf ist Redakteurin im Reporterteam der Heilbronner Stimme. Diese Einheit berichtet über das tagesaktuelle Geschehen in der Region und kümmert sich um investigative Recherchen.