Haftbefehl nach Streit in Flüchtlingsunterkunft

Neuenstadt 

Nach der Schlägerei in der bedarfsorientierten Erstaufnahmestelle in Neuenstadt am Freitagabend sitzt ein Verdächtiger jetzt in Untersuchungshaft. Gegen den 22-jährigen Asylbewerber wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Er wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft Heilbronn am Samstag dem zuständigen Haftrichter beim Amtsgericht Heilbronn vorgeführt. Dieser erließ den beantragten Haftbefehl. Die Ermittlungen dauern an. 

Bei der Schlägerei am Freitagabend waren nach Polizeiangaben mehrere Personen unterschiedlicher Nationalitäten beteiligt. Fünf Asylbewerber und ein Security-Mitarbeiter wurden verletzt, ein Asylbewerber befindet sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft noch stationär in einem Krankenhaus.

Etwa 15 Streifenwagen waren am Freitagabend im Einsatz.

Ladestation

Der Streit entstand nach Angaben der Leiterin der Einrichtung unter Algeriern, Indern und Pakistani. Sie hätten sich darum gestritten, wer sein Handy als erstes aufladen darf. 

Die Leitung der Einrichtung in Neuenstadt liegt in Händen der European Homecare GmbH. Leiterin Petra Gänsler beschreibt die Stimmung in der Zeltstadt als „grundsätzlich gut“. Wo so viele Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und Herkunftsländern zusammen sind, kann es aber passieren, dass aus Kleinigkeiten heraus ein Streit entsteht.

Gänsler zufolge hat am Freitagabend eine Gruppe von zehn Algerien „gestänkert und gepöbelt“. Im Verlauf des Streits bildeten sich dann rasch Gruppen und am Ende waren es etwa 100 Mann, die aufeinander losgingen. Nach der Schlägerei hat Gänsler sofort reagiert und die insgesamt 30 Algerier mit einem Bus abholen lassen. Sie sind in die Landeserstaufnahmestelle nach Ellwangen gebracht worden.

In der Zeltstadt nahe der Autobahn 81 ist nach früheren Informationen des Regierungspräsidiums Stuttgart Platz für bis zu 200 Menschen. Derzeit leben dort nach Stimme-Informationen 258 Menschen. Bundesweit kommt es seit Monaten immer wieder zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Flüchtlingen in den teils überbelegten Unterkünften. kik/red