Großeinsatz nach Unfall auf der A6

Heilbronn/Neckarsulm  Ein Reisebus ist auf der A6 auf Höhe von Neckarsulm auf einen Lkw geprallt. Der Busfahrer wurde schwer, acht Businsassen leicht verletzt. Ein Großaufgebot von Rettungskräften kümmerte sich um die Reisenden.

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Ein Reisebus ist auf der A6 auf Höhe von Neckarsulm auf einen Lkw geprallt. Der Busfahrer wurde schwer, acht Businsassen leicht verletzt. Ein Großaufgebot von Rettungskräften kümmerte sich um die Reisenden.

 

 

Nach Angaben der Polizei fuhr der Reisebus aus Kaiserslautern am Mittwoch gegen 9.35 Uhr auf der rechten von drei Fahrspuren Richtung Nürnberg. Auf Höhe von Neckarsulm fuhr der Bus auf einen Lkw am Stauende. Der Busfahrer wurde eingeklemmt und von der Feuerwehr Neckarsulm befreit. Er kam schwer verletzt in ein Krankenhaus. Außerdem erlitten acht der 31 Businsassen überwiegend leichte Verletzungen. Einige wurden zur ambulanten Versorgung in Krankenhäuser gebracht.

Die A6 war zeitweise gesperrt. Der Lkw wurde nur leicht beschädigt und fuhr nach der Unfallaufnahme weiter. Der Bus wurde mit einem Schaden von etwa 20.000 Euro abgeschleppt.

Firmenfeier fällt aus

"Wir waren auf einer Firmenausfahrt", sagte einer der Buspassagiere, der mit weiteren Insassen am Fahrbahnrand stand. Die Kollegen einer Firma, die zu einem österreichischen Bauunternehmen gehört, waren ihm zufolge auf dem Weg nach München. Dort sollte es am Abend eine Feier anlässlich des 150-jährigen Bestehens geben. Die Mitarbeiter aus Rheinland-Pfalz sollten in München übernachten und am Donnerstagmorgen die Heimreise antreten. Der Unfall machte die Pläne zunichte. Nach Firmenauskunft setzten die betroffenen Mitarbeiter ihre Reise nicht fort, sondern fuhren zurück nach Kaiserslautern.

Zuvor jedoch kamen die Passagiere im Hotel Vienna House Easy in Neckarsulm unter. "Wir erhielten einen Anruf von der Stadt, ob wir einen Raum zur Verfügung stellen könnten", erzählte Bankettleiterin Kathrin Lademann. "Für uns war das selbstverständlich, bei der Versorgung der Reisenden zu helfen." Die Passagiere wurden in einem Tagungsraum des Hotels untergebracht und von Notfallseelsorgern betreut. Belegte Brötchen, Kaffee und Tee stellte das Hotel kostenfrei zur Verfügung. Das Busunternehmen aus Rheinland-Pfalz war unterdessen auf dem Weg nach Neckarsulm, um die Reisenden aufzunehmen und heim zu bringen. 

Viele Ehrenamtliche im Einsatz

Am Kino Cineplex befand sich die Sammelstelle für die Mitglieder von DRK, ASB und Notfallseelsorge. "Wir koordinieren die ehrenamtlichen Kräfte", erklärte René Rossow, Katastrophenschutzbeauftragter des DRK im Stadt- und Landkreis Heilbronn. Die Versorgung der "grünen Patienten" stand im Mittelpunkt. Grün steht im Rettungswesen für leichte Verletzungen wie Prellungen und Schock. Äußerst zufrieden zeigte sich Rossow, dass die ehrenamtlichen Einsatzkräfte "sehr schnell und zeitnah" gekommen waren. Kaum seien sie über den Piepser alarmiert worden, trafen sie in Neckarsulm ein. "Ein großes Lob dafür", sagte Rossow.

Gekommen waren sie vom DRK Abstatt, Obersulm, Neckarsulm, Untergruppenbach und Heinriet, Unterstützung kam vom ASB aus Neckarsulm und Heilbronn. Die Neckarsulmer Feuerwehr war an der Unfallstelle mit fünf Fahrzeugen und 15 Mann tätig. Die Berufsfeuerwehr Heilbronn und die Kameraden aus Weinsberg waren laut Einsatzleiter Markus Kiy auf der Anfahrt, sie konnten aber wieder abdrehen.

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Schwere Auffahrunfälle auf der A6

Auf der A6 war es in den vergangenen Wochen zu weiteren schweren Auffahrunfällen gekommen. Erst am vergangenen Donnerstag krachte der Fahrer eines VW Amarok bei Bretzfeld gegen einen Lkw. Der Autofahrer erlitt lebensgefährliche Verletzungen.

Tödlich endete ein Auffahrunfall Anfang Oktober bei Öhringen. Ein 27-jähriger Autofahrer hatte ebenfalls ein Stauende übersehen und war in einen Lkw gekracht. Sein VW Tiguan wurde beim Zusammenprall unter den Sattelzug geschoben. Für den Mann kam jede Hilfe zu spät.


Heike Kinkopf

Heike Kinkopf

Reporterin

Heike Kinkopf ist Redakteurin im Reporterteam der Heilbronner Stimme. Diese Einheit berichtet über das tagesaktuelle Geschehen in der Region und kümmert sich um investigative Recherchen.