„Freundlicher Bankräuber“ zu 9,5 Jahren Haft verurteilt

Von Steffen Heizereder

Möckmühl/Ellwangen 

Er wurde als "freundlicher Bankräuber" oder "Bankräuber mit dem grünen Hut" bezeichnet. Am Donnerstag wurde der 57 Jahre alte Mann aus Möckmühl vor dem Landgericht Ellwangen wegen schwerer räuberischer Erpressung zu 9 Jahren und 6 Monaten Haft verurteilt. Das bestätigte Gerichtssprecher Jochen Fleischen auf Anfrage von stimme.de. Wegen seiner Drogensucht soll er anschließend in einer Entziehungsanstalt untergebracht werden.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann zwischen 2010 und 2013 fünf Bankfilialen überfallen hat, unter anderem im Juli 2011 in Bretzfeld-Waldbach. Insgesamt soll er mehr als 300.000 Euro erbeutet haben. Die Taten sollen auch in Zusammenhang mit der Drogensucht des Mannes gestanden haben, der regelmäßig Marihuana konsumierte. 

In vollem Umfang geständig

Das Urteil wurde bereits am ersten Verhandlungstag gesprochen. "Er war in vollem Umfang geständig", sagte Fleischer. Das habe sich strafmildernd ausgewirkt. Das Gericht blieb daher unter der Forderung der Staatsanwaltschaft von elfeinhalb Jahren. Die Verteidigung plädierte auf acht Jahre. 

Der Mann wurde als "freundlicher Bankräuber" bekannt, weil er die Banken ohne Gewaltanwendung mit einer Spielzeugpistole überfallen hat. 

Suche bei Aktenzeichen XY

Nach dem „Bankräuber wurde deutschlandweit gesucht. Anfang 2013 bat man in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ (wir berichtetenum Mithilfe.

Nach seinem letzten Überfall im November 2013 im hohenlohischen Schrozberg-Leuzendorf leitete die Polizei eine Großfahndung ein. Ein Spezialeinsatzkommando nahm den 57-Jährigen noch am selben Tag in Möckmühl fest. Kurze Zeit später gestand er die Taten.  

>> Zum Artikel "Bankräuber aus Möckmühl gesteht weitere Überfälle" (03.02.14)

>> Zum Artikel "Räuber-Spur führt in die Region" (02.12.13)

 

Die Banküberfälle auf einen Blick


Fahndung nach Bankräuber - 25.02.13 auf einer größeren Karte anzeigen