Bombe nach Evakuierung in Oedheim entschärft

Oedheim  Der Fund einer 250-Kilo-Sprengbombe aus dem Zweiten Weltkrieg hat am Mittwochnachmittag eine größere Evakuierungsaktion in Oedheim ausgelöst. Rund 1500 Anwohner mussten am Abend für mehrere Stunden ihre Häuser verlassen.

Von Adrian Hoffmann
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Der Fund einer 250-Kilo-Sprengbombe aus dem Zweiten Weltkrieg hat am Mittwoch eine größere Evakuierungsaktion in Oedheim ausgelöst. Rund 1500 Anwohner mussten am Abend für mehrere Stunden ihre Häuser verlassen.

 

 

 

So etwas haben die Bürger in Oedheim auch noch nicht erlebt: Nach dem Fund einer amerikanischen Fliegerbombe in einer Baugrube in der Hölderlinstraße am Mittwochnachmittag musste großräumig evakuiert werden.

Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste begleiteten am Mittwochabend die betroffenen Menschen, die im 300-Meter-Radius des Fundortes leben, in umliegende Sporthallen. Im Einsatz waren rund 20 Busse. Es verlief alles reibungsfrei.

Gegen 21.45 Uhr konnten die Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes mit der Entschärfung der 250 Kilo schweren Splitterbombe beginnen. Die Aktion war bereits eine halbe Stunde später beendet. Nachdem die Bombe sicher verladen war, durften die Bewohner wieder in ihre Häuser zurückkehren. 

Mehr als 350 Kräfte im Einsatz

Insgesamt waren 357 Einsatzkräfte vor Ort. Darunter 133 Feuerwehrleute aus Oedheim, Bad Friedrichshall und umliegenden Landkreisgemeinden, 150 vom Rettungsdienst, acht vom THW, 15 Seelsorger und 51 Polizeibeamte.

Auffällig, wie routiniert und professionell die Evakuierungsaktion von statten geht: „Wir haben eben die entsprechenden Strukturen“, sagt Uwe Vogel. Das Landratsamt übernimmt in solchen Fällen die organisatorische Leitung des Einsatzes, also die Koordination aller Einsatzkräfte der Feuerwehr, der Rettungsdienste, des THW, der Leitenden Notärzte und der Notfallseelsorge.

Anwohner haben Verständnis

Die Anwohner hätten alle sehr verständnisvoll reagiert, berichtet Oedheims Bürgermeister Mattthias Schmitt. „Und es gibt ja auch keinen Grund zur Panik.“ Man habe frühzeitig über Facebook informiert, ebenfalls über die Warn-App Nina und verschiedene Medien. Die Anwohner wurden in der Mehrzweckhalle Degmarn versorgt und in der Sport- und Turnhalle Oedheim. Um alle Anwohner in Sicherheit zu bringen, wurden nach Angaben der Feuerwehr etwa drei Stunden eingeplant. 

Ein Baggerfahrer hatte die Fliegerbombe am Nachmittag in einer Baugrube entdeckt – zum Glück hatte er rechtzeitig bemerkt, auf was er da gestoßen war. „Man darf so etwas nicht unterschätzen“, sagt Polizeisprecher Rainer Köller, der ebenfalls vor Ort war.

Damit auch wirklich alle Anwohner im entsprechenden Radius ihre Häuser verlassen haben, markierten die Einsatzkräfte die Häuser, in der sich niemand mehr aufhielt. „Manchmal haben wir bei solchen Einsätzen auch Leute, die uneinsichtig sind“, sagt Polizeisprecher Rainer Köller. „Aber so etwas ist mir heute bislang nicht zu Ohren gekommen.“

Während der Evakuierung und Entschärfung der Fliegerbombe musste die Landesstraße 1088 zwischen den Abzweigungen Lauderbach und Oedheim „Steige“ gesperrt werden.