28-Jähriger wollte Beamten wegen Ermittlungen sprechen

Heilbronn 

Der 28-Jährige, der am Dienstagmittag mit einem Messer auf zwei Beamte im Polizeiposten Neckargartach losgegangen war, wollte mit einem Polizisten sprechen, der mit vorherigen Ermittlungen gegen ihn befasst war. Es ging dabei um Widerstand gegen Polizeibeamte, Körperverletzung und Hausfriedensbruch. Der Beamte war aber nicht im Büro.

Laut Polizei hatte der Beamte des Neckargartachers Polizeiposten im vergangenen März gegen den 28-jährigen Mann ermittelt. Da sich der Beamte am Dienstag jedoch nicht in seinem Büro befand, wurde der in Heilbronn wohnhafte Mann auf einen späteren Zeitpunkt verwiesen. Weil der Mann daraufhin wütend wurde, wies ihn der Dienstleiter aus dem Gebäude.

 

 

 
Daraufhin trat der 28-Jährige laut Polizei gegen die Eingangstüre und ging dann zu einer Nebentür, die er mit brachialer Gewalt eintrat. In den Büroräumen habe er mit zwei mitgebrachten Küchenmessern auf einen 51-jährigen und einen 41-jährigen Polizeibeamten eingestochen. Einer dieser Beamten schoss mehrmals auf den Angreifer, um sich zu verteidigen.

Der Tatverdächtige schwebt auch am Mittwoch weiterhin in Lebensgefahr. Er musste notoperiert werden. Der jüngere Polizeibeamte musste wegen der bedrohlichen Lage der Messerstiche ebenfalls operiert werden. Er bleibt stationär im Krankenhaus, ist aber nicht in Lebensgefahr. Der zweite Beamte konnte nach einer ambulanten Behandlung das Krankenhaus verlassen. 

Die beiden verletzten Beamte sollen nach Auskunft der Polizei so bald wie möglich befragt werden. Einer von ihnen liegt noch im Krankenhaus.

Das Polizeirevier in Neckargartach ist mit fünf Beamten besetzt. Zum Tatzeitpunkt waren vier von ihnen vor Ort. Besondere Sicherheitsvorkehrungen für Besucher gibt es nicht. "Wenn jemand mit einem Anliegen die Polizeiwache aufsucht, darf er ganz normal reinkommen", erklärte Polizeipressesprecher Rainer Köller. "Normale Bürger werden nicht auf Waffen durchsucht, da hätten wir viel zu tun." Die Kriminalpolizei Heilbronn hat die Ermittlungen aufgenommen. Da die betroffenen Beamten einer anderen Direktion angehörten, sei dies möglich, sagte Köller. abi