Meinung
Lesezeichen setzen Merken

Zur Bürgermeisterwahl in Ingelfingen: Denkzettel für Bauer

Der Ingelfinger Bürgermeister Michael Bauer ist nur knapp wiedergewählt worden. Er sollte seine Arbeit jetzt kritisch hinterfragen, meint unser Autor.

Armin Rössler
  |  
Michael Bauer siegt knapp
Pure Emotionen: Bürgermeister Michael Bauer herzt nach dem knappen Wahlsieg seine Enkeltochter.  Foto: Rößler, Armin

Dass Michael Bauer erneut zum Bürgermeister gewählt wird, wurde angesichts eines Herausforderers ohne Verwaltungserfahrung von den meisten Beobachtern erwartet. Nun ist der Wahlsieg aber viel knapper ausgefallen als gedacht. Das ist nach 16 Jahren im Amt eine herbe Niederlage - mindestens für Ego.

War alles gut?

Selbstbewusst gab sich der Bürgermeister im Vorfeld, Gestik und Mimik im HZ-Forum signalisierten das Gefühl der Überlegenheit. 54,9 Prozent sind aber kein "Weiter so". Das Ergebnis ist ein Denkzettel, der Bauer aufschrecken müsste, sich und seine Arbeit kritisch zu hinterfragen. Die Frage "War alles gut?", muss erlaubt sein. Denn sie impliziert keineswegs: "Es war alles schlecht." Aber offenkundig mindestens manches nicht optimal.

Mehr zum Thema

Michael Bauer siegt knapp
PREMIUM
Ingelfingen
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Bei der Bürgermeisterwahl in Ingelfingen siegt Michael Bauer knapp

Der Ingelfinger Bürgermeister wird mit 54,9 Prozent der Stimmen erneut gewählt. Achtungserfolg für seinen Herausforderer Klaus Schmitt.

Aufgaben liegen auf dem Tisch

Selbstbewusstsein, Selbstzufriedenheit, Selbstüberschätzung - die Grenzen sind oft fließend. Eine realistische Einschätzung des Geleisteten tut Not, die vielfältigen Aufgaben für die Zukunft liegen auf dem Tisch. Am Verhältnis zum größten Verein muss Bauer dringend arbeiten, andere Baustellen von der Mariannenstraße bis zum Klimaschutz zügig angehen. Und im Gemeinderat stünden der Verwaltung mehr Kooperation und Transparenz gut zu Gesicht: Damit Bauer in acht Jahren hocherhobenen Hauptes in Ruhestand gehen kann.

Frischer Wind dank Schmitt

Klaus Schmitt hat sich seine Komplimente schon jetzt verdient. Weil er frischen Wind im Rathaus wollte, hat er mit seiner Kandidatur selbst dafür gesorgt. Auch wenn es nicht zum Wahlsieg gereicht hat, sind 44,4 Prozent mehr als nur ein achtbares Ergebnis. Viel wichtiger: Nur dank Schmitt hat es einen echten Wahlkampf gegeben, wurden und werden viele Themen diskutiert, die die 5500-Einwohner-Gesamtgemeinde bewegen. Probleme und Projekte, die auch nach der Wahl aktuell bleiben und nicht gleich wieder von der Agenda verschwinden sollten.

 

Kommentar hinzufügen
Kommentar hinzufügen
Kommentare werden geladen
  Nach oben