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Wo die Ingelfinger Bürgermeisterwahl entschieden wurde

Wahlsieger Michael Bauer und sein Herausforderer Klaus Schmitt haben in unterschiedlichen Bezirken gepunktet. Schmitt hatte sogar zweimal die Nase vorn. Die Analyse zur Bürgermeisterwahl.

Armin Rössler
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Lesezeit 2 Min
Wo die Ingelfinger Bürgermeisterwahl entschieden wurde
Der freudestrahlende Wahlsieger Michael Bauer am Sonntagabend nach der Bekanntgabe des Ergebnisses. Foto: Armin Rößler  Foto: Rößler, Armin

In den sozialen Medien wurde diese Wahl garantiert nicht entschieden. Denn dort haben sich die beiden Ingelfinger Bürgermeisterkandidaten doch sehr zurückgehalten. Die Facebook-Seite von Michael Bauer, dem alten und neuen Rathaus-Chef, weist genau zwei Einträge auf: Am 19. Februar wurden Profil- und Titelbild erstellt. Aktivitäten seither: Fehlanzeige. 56 "Freunde" hat er bis dato gesammelt.

Einige mehr, nämlich 149, sind es bei Klaus Schmitt, der seine übersichtlichen Aktivitäten auf der Plattform am 20. Februar gestartet, es aber auch nur auf vier Beiträge gebracht hat. Daneben hat Schmitt auch eine Homepage, auf der er Motivation, Werte und Vision präsentiert. Bauer verzichtet komplett auf einen derartigen Internet-Auftritt.

Teils erstaunliche Abweichungen

Was sich lohnt, ist der Blick auf die Ergebnisse der insgesamt neun Wahlbezirke. Gegenüber dem Gesamtergebnis - 54,9 Prozent für Bauer, 44,4 für Schmitt - gibt es hier teils erstaunliche Abweichungen. Am engsten beisammen liegen die beiden Kandidaten in der Briefwählergunst, die mit 925 Stimmzetteln mehr als ein Drittel der Wahlbeteiligung (2465 Wähler oder 55,3 Prozent) ausmacht: Bauer kommt in der Briefwahl auf 50,4, Schmitt auf 48,7.

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Schmitt siegt in Diebach und Eberstal

Immerhin zwei Wahlbezirke kann der Herausforderer für sich entscheiden: In den Teilorten Diebach (54,3 Prozent) und Eberstal (57,1) hätte Klaus Schmitt die Bürgermeisterwahl gewonnen. Bauer landet hier bei 45,7 (Diebach) und 39,5 Prozent (Eberstal). Letzteres ist sein schlechtestes Ergebnis in allen Wahlbezirken und hat sicherlich mit dem Ärger in der Eberstaler Bevölkerung über die Aktivitäten der Förster zu tun: Erst hatte es am Grillplatz einen Kahlschlag gegeben, dann war der jährliche Forstbetriebsplan vom Ortschaftsrat abgelehnt worden.

Letzteres wurde zudem seitens der Verwaltung im Gemeinderat zunächst überhaupt nicht kommuniziert (wir berichteten). Und in Diebach ist möglicherweise nicht jedermann mit den Planungen für den Hochwasserschutz einverstanden, die in diesem Jahr umgesetzt werden sollen. Oder es liegt daran, dass der städtische Zuschuss für die Sanierung der katholischen Kirche niedriger ausfällt als dies nach den Verträgen sein müsste.

Traumergebnis für Bauer in Hermuthausen

Die größte Annäherung an das Gesamtergebnis gibt es in Criesbach mit 53,3 Prozent für Bauer und 46,1 für Schmitt sowie in den beiden Ingelfinger Wahlbezirken Neues Schloss (58 zu 41,6) und Schwarzer Hof (57,9 zu 41,8). Klar gewonnen hat Michael Bauer die Wahl aber in den weiteren Teilorten: In Weldingsfelden mit 60,3 Prozent, im gemeinsamen Wahlbezirk Dörrenzimmern/Stachenhausen (67) und ganz besonders in Hermuthausen (72,7).

Große Investitionen

Die große Zustimmung der Bürger zum Amtsinhaber verwundert nicht, schaut man sich die jüngsten städtischen Investitionen an: So wird in Stachenhausen das Dorfgemeinschaftshaus für 1,8 Millionen Euro umgebaut und mit einem Anbau für die Feuerwehr versehen, außerdem wurde 2021 rund eine Million in den Hochwasserschutz investiert. In Dörrenzimmern sind die Planungen für die Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses angelaufen. In Hermuthausen wurde das Dorfgemeinschaftshaus bereits für 2,1 Millionen neu gebaut und in der Ortsdurchfahrt wurden die Kanäle für rund 1,5 Millionen Euro erneuert.

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