Meinung
Lesezeichen setzen Merken

Diskussion um Lehrerarbeitszeit: Polemik ist unangebracht

Wenn es um den Lehrerberuf geht, wird leider zu oft polemisiert, bedauert unsere Autorin.

Yvonne Tscherwitschke
  |    | 
Lesezeit 1 Min

Ganz ehrlich: Jeder kennt einen Lehrer, der zwei Tage vor Beginn der Ferien schon auf Mallorca in der Sonne liegt und den Sixpack bräunen lässt, den er sich an vielen Dienstag- und Donnerstagnachmittagen im Fitness-Studio erarbeitet hat. Jeder kennt einen Lehrer, der seit 20 Jahren dasselbe Skript unter denselben Overhead-Projektor legt. Jeder kennt einen Lehrer, der während Corona mit dem Wohnmobil unterwegs und nur selten telefonisch zu erreichen war. Aber ehrlich: In jedem Job gibt es Pfeifen. Nur können wir es von außen selten beurteilen, weil wir nicht in die Abteilung 3 der Firma X, den Einkauf des Konzerns Y und die Personalabteilung vom Unternehmen Z Einblick haben, geschweige denn als Mechatroniker oder Finanzbeamter die Aufgaben des Controllers, Projektingenieurs oder der Personal-Entwicklerin beurteilen können.

Mehr zum Thema

Lehrerarbeitszeit: Eine Studie, zwei Schlussfolgerungen
PREMIUM
Region
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Lehrerarbeitszeit: Eine Studie, zwei Schlussfolgerungen

Leser und Gewerkschaftervertreter haben verschiedene Sichtweisen auf das Thema Arbeitszeitbelastung. Was die Studie sagt und wie sie gedeutet wird.

Wir alle maßen uns aber an, die Arbeit und den Zeitaufwand von Lehrern zu beurteilen. Schließlich waren wir alle einmal in der Schule. Dabei urteilen wir dann über Menschen, ohne zu wissen, wie hoch ihr Deputat ist. Ohne zu wissen, was sie nachts um zehn tun, wenn ihre eigenen Kinder schlafen.

All den Besserwissern anderer Professionen sei versichert: Die zunehmende Digitalisierung und Rund-um-Betreuung der Kinder strapaziert Lehrer. Oft über Gebühr. Corona hat gezeigt, dass es allerhöchste Zeit ist, Strukturen zu hinterfragen.

Kommentar hinzufügen
Kommentar hinzufügen
Kommentare werden geladen
  Nach oben