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Corona-Teststationen: Über den Durst

Der nahezu unkontrollierte Weiterbetrieb der Corona-Teststationen stößt bei unserem Autor auf Unverständnis.

Thomas Zimmermann
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Corona-Tests
Testsets mit Abstrichstäbchen liegen in einem Testzentrum für Corona-Verdachtsfälle.  Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Wer beim Einkaufen in der Stadt Durst bekommt, geht nicht in die Kneipe, sondern in die Corona-Teststation. Denn in vielen dieser, wie Pilze aus dem Boden geschossenen Häuschen, gibt es die Dose Red Bull, Cola oder Fanta gratis, als Dank dafür, dass man dem Betreiber in Sekundenschnelle acht Euro plus zwei Euro Differenz zum Einkaufspreis für das Testkit beschert.

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Umgang mit dem Geld der Steuerzahler

Es ist unglaublich, wie in der Pandemie mit dem Geld der Steuerzahler umgegangen wird. Nicht nur, dass es auch im dritten Pandemie-Jahr kaum Kontrollen in den Stationen gibt, auch der Sinn der Massentestungen erschließt sich, seit die in der Regel harmlos verlaufenden Omikron-Variante Einzug gehalten hat, nicht mehr. Was sollen sie bewirken, wenn sich massenweise Menschen mit dem Omikron-Virus anstecken. Dennoch werden weiterhin hunderte Millionen Euro monatlich für Schnelltests abgerechnet. Dass davon viele Millionen Betrügern hinterhergeworfen werden, treibt den Irrsinn auf die Spitze.

Allein die unlautere Werbung für Tests per Gratisgetränk ließe sich mit einem Federstrich verbieten. Warum das nicht passiert, erklärt keiner. So steht die Dose Brause als Symbol für eine Finanzpolitik, die mittlerweile nicht die Ausnahme, sondern die Regel ist. Man lässt es laufen, koste es was es wolle. Auf die Rechnung schaut keiner. Aber sie kommt - spätestens wenn die Pandemie vorüber ist.

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