Meinung
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Politisch muss mehr geschehen, um die Klimakrise einzudämmen

Es muss Schluss sein mit dem Verdrängen der Erderwärmung, fordert unsere Autorin.

Valerie Blass
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Lesezeit 1 Min

"Früher war es auch heiß." Das ist einer der ärgerlichsten Sätze dieses Sommers der Extreme. Während es in Südeuropa seit Wochen brennt, Teile Italiens ausgetrocknet sind und deutsche Mittelgebirge wegen Trockenheit absterben, banalisiert ein nicht unerheblicher Teil der Deutschen die Erderwärmung mit all ihren deutlich spürbaren Auswirkungen weiter.

Psychologisch mag das Phänomen mit "Verdrängung" angesichts der vielen großen Krisen unserer Zeit zu begründen sein. Die Klimakrise macht Angst, also versuchen viele, ihre Sorgen wegzupfeifen. Was individuell verständlich sein mag, ist politisch inakzeptabel − und dennoch verhalten sich Teile der deutschen Regierung so, als könne man das große Problem der Menschheit durch Ignorieren zum Verschwinden bringen.

Ein Symptom davon: das jeglicher Logik entbehrende Festhalten der FDP an ihrem Nein zum Tempolimit. Das wäre eine Maßnahme, die sofort Emissionen einspart und noch dazu die Abhängigkeit von russischen Energielieferungen verringert. Woran liegt es also, dass die FDP sich stur stellt? Hat sie die Tragweite der Klimakrise nicht verstanden oder macht sie eiskalte Klientelpolitik? Psychologisch geht davon jedenfalls das Signal an die Bevölkerung aus: Kann ja alles nicht so schlimm sein, sonst würde die Regierung handeln.

 

 

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