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Neckarbogen-Parkhaus ist ein Mosaikstein

Der Weg zur Mobilitätswende erfordert Geduld und Pragmatismus. Die Quartiersgarage im Heilbronner Neckarbogen ist da ein Baustein, meint unser Autor.

Hettich
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Lesezeit 1 Min

Ein Parkhaus soll als Symbol für Mobilitätswende und Klimaschutz herhalten? Der Zusammenhang erschließt sich nicht auf Anhieb. Und doch ist die Garage im Neckarbogen, im Marketingsprech heißt sie überflüssigerweise E-Mobility-Hub, genau das: ein kleiner, pragmatischer Schritt zu einem vernünftigen Verkehrsmix. Dabei wird den Bewohnern des Heilbronner Musterquartiers kein Verkehrsmittel aufgenötigt, das Auto wird nicht komplett aus dem Neckarbogen verbannt. Trotzdem war von Anfang an klar, wohin die Reise geht: Freiflächen sollen nicht zugeparkt werden, Autos gehören in Tiefgaragen oder eben in das neue Parkhaus.

Dampf aus dem Kessel

Rechnerisch sind 0,8 Stellplätze pro Wohnung vorgesehen. Das ist keinesfalls überambitioniert, viele Großstädte setzen den Schlüssel bei Neubauprojekten restriktiver an. Und doch ist es konfliktträchtig, wie sich schon beim ersten Bauabschnitt im Neckarbogen gezeigt hat. Der Parkdruck war hoch, der Ärger vieler Anwohner groß. Hier wird die Quartiersgarage viel Dampf aus dem Kessel nehmen. Aber auch das Gesamtpaket muss stimmen.

Weniger Autos im Stadtviertel funktioniert nur, wenn die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr gegeben ist. Das ist im Neckarbogen der Fall, zumindest wenn die Fußgängerbrücke zum Hauptbahnhof endlich freigegeben wird. So stehen die Chancen gut, dass der neue Stadtteil wirklich zum Modell wird für eine Mobilitätswende der kleinen Etappen, ohne Bevormundung, dafür mit viel Pragmatismus.

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