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Grüne und CDU haben kein Interesse, Strobl fallen zu lassen

Die Zukunft von Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) hängt vom Urteil der Staatsanwaltschaft ab.

Michael Schwarz
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Lesezeit 1 Min

Winfried Kretschmann hat sich in der Causa Thomas Strobl eindeutig positioniert: Strobl bleibt im Amt, vorausgesetzt es gibt bei den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft, die sich noch einige Wochen hinziehen werden, keine böse Überraschung. Denn enden diese mit einer Strafe für Strobl, wird die Debatte über dessen Zukunft weitergehen. Dann stellt sich die Frage, ob ausgerechnet ein Innenminister bei einem Schuldspruch im Amt bleiben kann. Daran ändern auch heutige Treuebekenntnisse Kretschmanns nichts.

Aktuell besteht bei den Grünen und der CDU kein Interesse daran, Strobl fallen zu lassen, schließlich ist er für die Christdemokraten der zentrale Konstrukteur der Koalition. Stürzt Strobl, dann würde CDU-Landtagsfraktionschef und Nachwuchshoffnung Manuel Hagel in die erste Reihe rücken – und es bestünde die Gefahr, dass dieser bis zur Landtagswahl 2026 verheizt wird.

Für die Grünen ist die CDU hingegen ein guter Koalitionspartner – sie können ihre Agenda schließlich nahezu komplett umsetzen. Warum sollen die Grünen eine für sie sehr angenehme Koalition mit einer Entlassung Strobls destabilisieren? Und dass die Opposition an Strobls Stuhl sägt, gehört zum politischen Geschäft. Eine Erfolgschance haben Rülke und Co. aber nur, wenn Strobl schuldig gesprochen wird.

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