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Weiterentwicklung der Heilbronner Falken: Bier vor Sekt

Bei allen Bestrebungen der Heilbronner Falken darf der Club die Basis nicht vergessen, findet unser Autor.

Stephan Sonntag
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Lesezeit 1 Min

Auf 16 Seiten haben die Heilbronner Falken in knappen Slogans ihren mittelfristigen Fahrplan bis 2027 zusammengestellt. Dass es eine solche Broschüre überhaupt gibt, ist schon ein Erfolg. Nach schweren Jahren der finanziellen Konsolidierung und des sportlichen Taumelns ging es während des Corona-Lockdowns sogar ums nackte Überleben des Eishockeys in Heilbronn. Jetzt − mit dem sportlichen Aufschwung im Rücken − besteht die Möglichkeit, die Weiterentwicklung in den Blick zu nehmen.

 

Es werden keine Luftschlösser gebaut wie vor drei Jahren in Bad Tölz, die 2026 Deutscher Meister werden wollten und sich jetzt in der Oberliga wiederfinden. Doch die Ziele DEL-Aufstieg und Stadionneubau werden offen genannt, der Weg dorthin skizziert, in die nötigen Bausteine investiert. Das Risiko bei Misserfolgen tragen die Gesellschafter, allesamt gestandene Unternehmer, keine Hallodris mit hochfliegenden Träumen.

Bei allen richtigen und wichtigen Plänen zum Erreichen neuer Zielgruppen, zur Gewinnung von Sponsoren und zum Ausbau des Clubs als Vermarktungsplattform, sollte jedoch die Stammklientel nicht vernachlässigt werden. Denn es war der harte Kern der eingefleischten Fans, der dem Club die Treue hielt und das Überleben sicherte, als es jahrelang gegen den Abstieg ging und Tristesse in Halle und Umfeld herrschten. Dieser Gruppe sind moderate Preise, ausreichend sanitäre Anlagen und eine funktionierende Gastronomie wichtig. Und zuallererst: gutes Eishockey. Diese Basis sollte bei allen Bestrebungen nicht vergessen werden.

Bevor also der Sekt fließt, sollte immer gewährleistet sein, dass genügend Bier kalt steht.

 

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