Neckarsulm
Lesezeichen setzen Merken

Wohnungsbau ist in Neckarsulm ein großes Thema

Die bisher im Gemeinderat vertretenen Fraktionen sind bei der Lokaltour-Extra mit Stimme-Chefredakteur Uwe Ralf Heer am Donnerstagabend gut vertreten gewesen. Eine Liste fehlte allerdings.

Von Simon Gajer
  |  
Lokaltour-Extra in Neckarsulm
Foto: Andreas Veigel

Rege diskutierten die Stadträte und Kandidaten mit Stimme-Chefredakteur Heer im Neckarsulmer Brauhaus über jene Themen, die in den nächsten fünf Jahren die Kommunalpolitik der Stadt bewegen werden. Auch Oberbürgermeister Steffen Hertwig, der für die SPD in den Kreistag einziehen will, war gekommen – ebenso Linken-Kreisrat Johannes Müllerschön.

Wer an dem Diskussionsabend mit gut 80 Interessierten allerdings fehlte, war die neue Liste Bündnis für Innovation und Gerechtigkeit, die mit eigenen Vertretern in den Gemeinderat kommen will.

Zum Sparen äußern sich die Listen nicht

Eines fiel allen Gruppen schwer: Wo genau wollen sie in den kommenden Jahren eigentlich sparen? Konkrete Antworten blieben sie schuldig. So gibt es erst einmal nur den offiziellen Kurs, den auch OB Hertwig aufzeigte: „eine maßvolle Erhöhung“ der Grundsteuern und Gewerbesteuer.

Das sind Vorschläge beim Wohnungsbau

Großes Thema in der Stadt ist der bezahlbare Wohnraum. Nicolas Härdtner (SPD) sprach sich dafür aus, dass die Stadt eigene Bauplätze nicht mehr zu Höchstpreisen verkaufen dürfe. Bei Bebauungsplänen müsse sie zudem auf den Mietwohnungsbau setzen. Das sah CDU-Fraktionssprecher Eberhard Jochim, der zudem Wohnungen im Bestand schaffen will, genauso. Zugleich müsse sich jeder selbst an die Nase fassen: Entstünden Mehrfamilienhäuser mit mehr als zehn Klingelschildern, gälten diese Bewohner häufig als asozial.

Kandidat kritisiert den bisherigen Gemeinderat

Volker Raith, der für die Grünen in den Gemeinderat einziehen will, kritisierte den bisherigen Gemeinderat für die Arbeit in diesem Bereich: „Man hätte mehr tun können.“ SPD-Kreisrat Klaus Grabbe betonte: „Der Neubau muss gefördert werden, so wie das auch Neckarsulm tut.“ Beispielsweise konnte die Heimstättengemeinschaft in Neckarsulm-Amorbach, die Grabbe berät, in einem Neubau Mieten von unter acht Euro je Quadratmeter realisieren. Auf dem freien Markt würden elf Euro verlangt. Das Thema Neubau ist für Grabbe eine Gemeinschaftsaufgabe der Städte und Gemeinden, des Landkreises und der Handwerker.

OB fordert ein Mietwohnungspakt

Der Stadt gehören mehrere Hundert Wohnungen, sagte Oberbürgermeister Hertwig. Es sei eine Aufgabe, dass diese Wohnungen bezahlbar bleiben. In ihnen betrage die Miete zwischen sechs und sieben Euro je Quadratmeter. Hertwigs Vorschlag, um das Thema voranzubringen: Er forderte einen Mietwohnungspakt, bei dem alle an einem Tisch sitzen. Er verglich seinen Vorschlag mit dem Mobilitätspakt, bei dem neben Neckarsulm und Heilbronn unter anderem die Betriebe Audi und Schwarz sich dem Thema Verkehr widmen.

Der Verkehr ist in der Stadt ein großes Thema

Der Bund will die Bundesstraße zwischen der Autobahn und den beiden Tankstellen in Neckarsulm auf vier Spuren ausbauen. Außerdem entscheiden die Wähler im September darüber, ob die B 27 eine neue Anschlussstelle auf Höhe Binswanger Straße erhält. Eine Erlenbacherin kann sich das gar nicht vorstellen: In Richtung Neckarsulm staue sich der Verkehr nur morgens zwischen 7.30 und 8 Uhr. „In Bad Wimpfen ist Stau den ganzen Tag“, sagte sie. Für Eberhard Jochim ist der Verkehr ein kompliziertes Thema, da es sich um zwei getrennte Themen handele: „Jede Lösung, die kommt, ist schwierig.“ Er kann sich beispielsweise nicht vorstellen, dass mit dem Ausbau der B 27 die beiden sogenannten Halbanschlüsse, die Abfahrt ins Zentrum sowie die Auffahrt in Richtung Bad Friedrichshall, wegfallen. Das ist allerdings für den Bund eine Option. „Das ist für die Stadt untragbar.“ 

In Bad Friedrichshall will Lidl eine IT-Zentrale für mehrere Tausend Mitarbeiter errichten. OB Hertwig hat für die Bad Friedrichshaller zwar Verständnis, zugleich betonte er mit Blick auf die Verkehrsbelastung auf der Bundesstraße: „Das hilft uns nicht.“ Der OB bekennt sich zum Anschluss Binswanger Straße. Dieser sei ein Kernelement, um unter anderem die Innenstadt Neckarsulms vom Verkehr zu entlasten. Sollten sich die Wähler gegen diesen Anbindung aussprechen, könne man das in wenigen Jahren nicht wieder rückgängig machen. Nach dem Bürgerentscheid beginne der Bund mit den konkreten Planungen des B 27-Ausbaus. „Wir treffen jetzt eine dauerhafte Entscheidung.“ 

FDP-Stadtrat Gerald Friebe forderte, dass man zukunftsfähig bleiben müsse. Für Grünen-Stadtrat Horst Strümann ist das Auto im ländlichen Raum das wichtigste Verkehrsmittel. Man müsse aber grundsätzlich umdenken. Damit beispielsweise mehr Fahrgemeinschaften entstünden, sollten Parkgebühren dann für Pendler gelten, die allein mit dem Auto kommen. „Ein gewisser Druck muss sein.“

Stadträte bekennen sich zum Aquatoll

Wie geht es mit dem Aquatoll weiter? Anita Schweikle, Kandidatin der Freien Wähler, trat Gerüchten entgegene, dass nur eine Rentnerlobby für das Bad kämpfe. „Sehr viele Leute haben ein Interesse daran.“ Auch OB Hertwig bekannte sich zur Einrichtung: „Als Neckarsulmer müssen wir versuchen, das Bad zu erhalten, auch wenn es nicht einfach wird.“ Das sah Michael Bender (SPD) genauso: „Das Aquatoll ist ein Wahrzeichen von Neckarsulm.“

 

Stimm-O-Mat für die Gemeinderatswahl in Heilbronn

Für die Stadt Heilbronn bietet die Heilbronner Stimme den Stimm-O-Mat an. Damit finden Nutzer heraus, mit welchen Kandidaten sie politisch am ehesten übereinstimmen, indem sie sich zu 24 Thesen positionieren.

 

Wir beantworten Ihre Fragen zur Kommunalwahl

Wer Fragen zur Kommunalwahl hat, über die die Redaktion dringend berichten sollte, kann sie über dieses Formular abschicken:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kommentar hinzufügen
Kommentar hinzufügen
  Nach oben