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Lokaltour Extra: Warum es sich für die Eppinger lohnt, zur Kommunalwahl zu gehen

Kita-Plätze, schlechte Stadtbahn-Verbindungen, Wohnungsmangel: Bei der 3. Lokaltour Extra in Eppingen diskutierten die Bürger über aktuelle Probleme und erfuhren, wie unterschiedlich die Kandidaten sie angehen wollen.

Von Christine Faget
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Lokaltour Eppingen
Stimme-Chefredakteur auf Lokaltour in Eppingen im Restaurant & Hotel Villa Waldeck. Foto: Ralf Seidel

„Niemand kann sich selbst begraben, sondern die Allgemeinheit muss es für ihn tun“, nennt SPD-Sprecher Hartmut Kächele bei der Lokaltour Extra in der Eppinger Villa Waldeck ein Extrembeispiel dafür, warum es Kommunen überhaupt gibt. Sie erledigten Aufgaben, die der Einzelne nicht selbst übernehmen könne. So sei es etwa Aufgabe der Gemeinden, die Friedhöfe zu unterhalten.

Umso wichtiger deshalb, am 26. Mai zur Kommunalwahl zu gehen und mitzuentscheiden, wie diese Aufgaben in Zukunft angegangen werden sollen. Das macht die Diskussion mit Stimme-Chefredakteur Uwe Ralf Heer deutlich. Rund 40 Eppinger Wähler und Gemeinderats-Bewerber sind gekommen und bringen auf den Tisch, was die Kommune momentan bewegt: Kostenlose Kitaplätze, der Verkehr in der Stadt und der Wohnungsmangel sind etwa Themen, bei denen die Kandidaten unterschiedliche Ansichten haben, zwischen denen es zu wählen gilt.

Kostenlose Kita: Eine Frage der Finanzierung

So sieht Jörg Haueisen (FBW) einen Eigenbetrag der Eltern gerechtfertigt, wenn es darum geht, Kinder vor dem dritten Lebensjahr. Eppingen habe außerdem schon viel in die Kinderbetreuung investiert. Christine Glünz-Muth, die sich für die FBW um einen Sitz im Gemeinderat bewirbt, findet es „blöd, dass man unter Dreijährigen einen Bildungsnachteil unterstellt, wenn sie zu Hause bleiben“. Wer es sich leisten könne, dass einer der beiden Elternteile das Kind betreue, habe dabei keinen Nachteil.

Klaus Scherer von der CDU hat grundsätzlich nichts gegen eine kostenlose Kita, wie er betont. Allerdings sei dies immer eine Frage der Finanzierung: „Wie eine Kommune wie Eppingen das bezahlen soll, das weiß ich nicht.“ Die Antwort für Hartmut Kächele von der SPD ist, stattdessen an anderer Stelle zu sparen. Dies sei eine Frage der Priorisierung und müsse man eben wollen.

Viel Kritik beim Thema Mobilität

Auch beim Thema Mobilität gibt es Redebedarf. Grünen-Stadtrat Peter Wieser etwa möchte Eppingen zur Fahrradstadt machen: „Mich wundert es immer wieder, wie viel in Eppingen doch mit dem Auto gefahren wird.“
Ein Wähler kritisiert schlechte Stadtbahn-Verbindungen Richtung Heidelberg und ein anderer, dass es im neuen Parkhaus keine Fahrrad-Stellplätze gibt.

Wie die Kandidaten mehr Wohnraum schaffen wollen

Unterschiedliche Ansätze haben die Kandidaten beim Thema Wohnungsmangel. Hartmut Kächele und seine Partei SPD setzen auf die Gründung einer kommunalen Wohnbaugesellschaft, die günstigen Wohnraum anbieten soll.

Jörg Haueisen (FBW) erklärt, dass es in Eppingen 200 bebaubare Plätze gebe, diese jedoch in privater Hand seien. Seine Lösung ist es, eine Grundsteuer C einzuführen und Bauland zu besteuern. „Vielleicht motiviert das den ein oder anderen, sein Bauland wieder zu verkaufen.“

Themen gibt es in der 90-minütigen Veranstaltung viele zu besprechen. Eines vermisst Klaus Scherer jedoch: „Eigentlich bin ich hergekommen, um zu erfahren, wo die Bürger der Schuh drückt“, bedauert er, dass nur rund 20 Prozent der Gäste an diesem Abend Wähler sind, die sich nicht selbst um einen der Sitz im Gemeinderat beworben haben.


Lokaltour Extra

Uwe Ralf Heer macht mit seiner Lokaltour auch an weiteren Orten in der Region Halt. Anmelden muss man sich zu den 90-minütigen Gesprächsrunden nicht. Sie beginnen jeweils um 19 Uhr.

Das sind die weiteren Lokaltour-Termine

  • Montag, 6. Mai: Öhringen, Hohenloher Scheune (ehemaliges Laga-Gelände zwischen Öhringen und Cappel an der Ohrn gelegen)

  • Donnerstag, 16. Mai: Neckarsulm, Brauhaus, Felix-Wankel-Straße 9

  • Freitag, 17. Mai: Heilbronn, Gaststätte Zum Reegen, Riedweg 52
     

Stimm-O-Mat für die Gemeinderatswahl in Heilbronn
Für die Stadt Heilbronn bietet die Heilbronner Stimme außerdem den Stimm-O-Mat an. Damit finden Nutzer heraus, mit welchen Kandidaten sie politisch am ehesten übereinstimmen, indem sie sich zu 24 Thesen positionieren.

 

Zum Hintergrund des Formats

Die regulären Lokaltouren macht Uwe Ralf Heer seit 2008. Bisher sind 61 Veranstaltungen dieses Formats in verschiedenen Lokalitäten im Verbreitungsgebiet der Regionalzeitung organisiert worden. Der Chefredakteur erklärt, dass er bei der Lokaltour ins Gespräch kommen möchte – mit Lesern und Abonnenten der Zeitung sowie den Nutzern der digitalen Angebote. „Ziel ist, dass die Leser mit uns in Austausch kommen, sagen, was sie gut an der Zeitung finden, was sie schlecht finden, dass sie uns Anregungen geben.

Der zweite Teil ist dann, dass wir über aktuelle Themen vor Ort diskutieren, über die wir dann auch in berichten.“


Nichts verpassen: Alle bevorstehenden Veranstaltungen der Heilbronner Stimme sind auch auf Facebook zu finden.

 
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