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Hohenloher CDU-Abgeordneter Christian von Stetten fordert Rücktritt des Vorstands

Der Hohenloher CDU-Abgeordnete Christian von Stetten hat den Bundesvorstand seiner Partei zum Rücktritt aufgefordert. Das CDU-Präsidium habe ein "Akzeptanzproblem". Der Fraktionsvorsitzende im Landtag, Manuel Hagel kritisiert den Einfluss von Politikern aus NRW.

von Christoph Donauer und Ulrike Bäuerlein
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Christian von Stetten
Christian von Stetten (CDU), Mitglied des Bundestages für den Wahlkreis Schwäbisch Hall - Hohenlohe. Foto: dpa

Der Streit um eine Neuausrichtung der Union eskaliert zunehmend. Am Sonntag forderte der Hohenloher CDU-Abgeordnete Christian von Stetten den Bundesvorstand seiner Partei zum Rücktritt auf. Für das schlechte Wahlergebnis sei nicht nur Armin Laschet verantwortlich, erklärte von Stetten auf Anfrage: "Die Mitglieder des CDU-Parteipräsidiums haben über Jahre die Programmatik der CDU verwässert und Armin Laschet – gegen den Wunsch der Bundestagsfraktion – in diese chancenlose Kanzlerkandidatur getrieben."

Das Gremium, in dem auch der Heilbronner und Landesinnenminister Thomas Strobl Mitglied ist, leitet die Partei. Ein vom Parteivorstand aufgestellter Kandidat müsse "auch die Wahlen gewinnen und eine Regierung bilden können", so von Stetten. "Sonst hat nicht nur der Kanzlerkandidat, sondern das gesamte Parteipräsidium ein Akzeptanzproblem und muss seine Ämter zur Verfügung stellen."

Um Laschets Nachfolge zu regeln, fordert von Stetten eine Mitgliederbefragung, "an dessen Ende sich im Idealfall ein Stimmungsbild für eine Person herauskristallisiert, die dann ohne Kampfkandidatur zum Parteivorsitzenden gewählt werden kann". Dieses könnte für Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz ausfallen, der lediglich eine Kampfkandidatur auf einem Parteitag ausschloss. Gegen Laschet unterlag Merz beim letzten Mal knapp.

Manuel Hagel, CDU-Fraktionsvorsitzender im Stuttgarter Landtag, kritisiert derweil den Einfluss von Politikern aus NRW im Stimme-Interview: "Das Ticket ,männlich, katholisch, Nordrhein-Westfalen‘ war in der CDU Deutschlands überbucht und es ist überbucht". Verschiedene Regionen und Lebensentwürfe müssten besser in der Partei abgebildet werden. "Das Hauen und Stechen, der Streit um Ämter, das führt zu nichts."

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