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Marcel Distl, FDP, Wahlkreis Neckar-Zaber

Nach 2017 kandidiert Marcel Distl erneut für die FDP im Bundestagswahlkreis Neckar-Zaber. Der Politologe und Soziologe hält eine Refom der Sozialsysteme für dringend geboten und sieht Handlungsbedarf im Bildungsbereich.

Joachim Friedl
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Marcel Distl (FDP): Große Sorge um die Freiheit
Marcel Distl will für die FDP im Wahlkreis Neckar-Zaber ein gutes Ergebnis holen. Der Freiberger setzt dabei auf eine klare Linie. Foto: Stefan Meyle

Aufrichtig, fröhlich, überzeugend und zielstrebig. Das sind Charaktereigenschaften, die im Sternzeichen Schütze Geborenen zugeschrieben werden. Sie alle passen auf Marcel Distl. Mit Blick auf die Bundestagswahl rückt jedoch die Zielstrebigkeit in den Mittelpunkt des gebürtigen Freibergers: Nach 2017 tritt der 28-Jährige im Wahlkreis Neckar-Zaber erneut für die Freien Demokraten an und hofft, sein Ergebnis von vor vier Jahren steigern zu können. Damals holte Marcel Distl 8,7 Prozent Erst- und 14,7 Prozent Zweitstimmen.

Alles begann mit einem Praktikum bei der FDP

Den Weg zu den Liberalen fand der persönliche Referent des Heilbronner Landtagsabgeordneten Nico Weinmann und engagierte Kraft im Büro des FDP Stadt- und Kreisverbands Heilbronn im Jahr 2015. "Während eines Praktikums bei der FDP-Landtagsfraktion entschied ich mich, als fester Bestandteil der Partei für liberales Gedankengut einzutreten", erinnert sich der Jungpolitiker an die Anfangszeit gerne zurück.

Den Vater zu den Liberalen gelotst

Politisch vorbelastet vom Elternhaus ist er nicht. Vater Michael ist Manager, Mutter Sabine arbeitet bei einer Spedition. "Politik wurde bei uns zuhause nicht sonderlich großgeschrieben", gewährt er einen kurzen Einblick in den Familienalltag. Noch heute freut den ehemaligen Freiberger Ortsverbandsvorsitzenden jedoch, dass er seinen Vater zur FDP gebracht hat.

Rente nach schwedischem Vorbild reformieren

Bei der bevorstehenden Wahl des 20. Deutschen Bundestages will Marcel Distl, der nicht verheiratet ist, mit Themen punkten, die den Menschen auf den Nägel brennen. Für unausweichlich hält der studierte Politologe und Soziologe eine Reform der Sozialsysteme: "Die Rente muss nach schwedischem Vorbild mit einer staatlichen Grundrente, einer Betriebsrente und einer privaten Altersversorgung umgestaltet werden." Angesichts des Klimawandels fordert der Freiberger die Ausweitung der CO2-Steuer auf alle Bereiche, und bei der Mobilität setzt er auf die Technologie-Offenheit: "Verbote helfen nicht immer weiter."

Sozialer Aufstieg darf nicht vom Geldbeutel abhängen

Angetan haben es dem humorvollen Menschen mit dem Vollbart die Bürger- und Freiheitsrechte: "Mit Sorge sehe ich, wie die Gesellschaft mit der Freiheit umgeht." Angesetzt werden muss der politische Hebel nach Ansicht von Distl auch im Bildungsbereich: "Der soziale Aufstieg hängt immer noch oft vom Geldbeutel der Eltern ab." Dem Freund salopp-legerer Kleiderordnung schweben deshalb Talentschulen vor allem in Problem-Stadtteilen und ein sogenanntes Kinderchancengeld zur Bekämpfung der Kinderarmut vor.

Mit dem Rad von Freiberg nach Böckingen

Zur Entspannung setzt sich Distl, der Ehrlichkeit, Integrität und Kritikfähigkeit bei seinen Mitmenschen schätzt, gerne auf sein Fahrrad. Hin und wieder kommt es vor, dass er von Freiberg nach Böckingen ins FDP-Büro radelt. Viel zu selten kommt er derzeit zum Krafttraining im Fitnessstudio. Dafür verlangt ihm aktuell der Bundestagswahlkampf einiges ab. Zumindest eines hat er schon einmal geschafft: Auf der Landesliste rutschte er von Platz 34 (2017) auf 24 vor. Ein Erfolg, der für weitere Ambitionen durchaus Mut machen kann.

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