Region
Lesezeichen setzen Merken

Fabian Gramling , CDU, Wahlkreis Neckar-Zaber

Fabian Gramling will im Wahlkreis Neckar-Zaber das Direktmandat für die CDU verteidigen. In der Verkehrspolitik plädiert der 34-Jährige für einen pragmatischen Ansatz und warnt davor, ausschließlich auf E-Mobilität zu setzen.

Hettich
  |  

Selbstbewusst, aber nicht überheblich: So geht Fabian Gramling ins Rennen um ein Bundestagsdirektmandat, das seit mehr als zwei Jahrzehnten immer die CDU gewann. Der 34-jährige Unionspolitiker will im Wahlkreis Neckar Zaber unter anderem mit den Themen Wirtschaft, Verkehr und Arbeitsmarktpolitik punkten.

"A gmähds Wiesle" erkennt der Schwabe, wenn der Erfolg eigentlich ausgemachte Sache ist. Fabian Gramling würde sich mit Blick auf die Wahl vor diesem Ausspruch hüten, auch wenn der Wahlkreis als CDU-Hochburg gilt und seit 2002 stets an seinen Parteifreund Eberhard Gienger ging, zuletzt mit 40 Prozent der Erststimmen. Gienger tritt nicht mehr an. Gramling, der bis vor kurzem noch dem Landtag angehörte und dort arbeitsmarktpolitischer Sprecher seiner Fraktion war, will sein Nachfolger werden. "Das ist kein Selbstläufer, es zählt jede Stimme", betont er. Gramling spielt auf Sieg, er ist nicht über die Landesliste seiner Partei abgesichert.

Kandidat fordert mehr Wertschätzung statt "Akademisierungswahn"

Eine von vielen Zukunftsfragen: Was tun gegen den Fachkräftemangel, etwa in Pflege und Erziehung? Den "Akademisierungswahn von SPD und Grünen", lehnt Gramling ab. "Wertschätzung" für Ausbildungsberufe sei ein wichtiger Punkt: "Dem Handwerksmeister stehen alle Türen offen."

In der Verkehrspolitik plädiert der frühere Wirtschaftsprüfer für einen pragmatischen Ansatz. "Es gibt große Potenziale für E-Mobilität." Allein darauf zu setzen, sei aber "zu eindimensional", verweist er auf Probleme wie die kurze Lebensdauer von Batterien oder dafür benötigte Rohstoffe wie Lithium, deren Abbau soziale und ökologische Schäden verursacht. Niemand solle so tun, als hinke Deutschland in Sachen Klimaschutz nur hinterher. "Wir sind Weltspitze bei nachhaltigen Technologien." Technischer Fortschritt sei der Schlüssel, nicht Verbote, ist er überzeugt. "Es ist doch naiv zu glauben, nur weil wir etwas verbieten, machen das etwa die Chinesen dann auch." Statt Kurzstreckenflüge zu untersagen, müssten Bahnverbindungen besser, die Infrastruktur ausgebaut werden. "Dann", so Gramling, "kann man nicht gegen Stuttgart 21 sein."

Einsatz für Ausbau der Frankenbahn

Mit Blick auf die Region fordert der CDU-Kandidat den Ausbau der Frankenbahn. "Sie muss pünktlicher und zuverlässiger werden." Als kürzlich bei einigen Zügen Halte zwischen Heilbronn und Lauffen gestrichen wurden, hat Gramling mit dagegen protestiert.

Im CDU-internen Machtkampf hatte der Neckar-Zaber-Kandidat Sympathien für Friedrich Merz. Jetzt stellt er sich klar hinter den Parteivorsitzenden und Kanzlerkandidaten Armin Laschet. "Er macht einen guten Job in Nordrhein-Westfalen." Laschet führt im Land eine schwarz-gelbe Koalition. "Das", so Gramling, "wäre meine Wunschkonstellation für den Bund."

Klimaschutz mit Technologie statt Verboten
Fabian Gramling war fünf Jahre lang für die CDU im Landtag. Jetzt will der 34-Jährige als Nachfolger von Eberhard Gienger nach Berlin. Foto: Alexander Hettich
Kommentar hinzufügen
Kommentar hinzufügen
  Nach oben