Hohenlohe
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Kevin Leiser, SPD, Wahlkreis Schwäbisch Hall-Hohenlohe

Gymnasiallehrer Kevin Leiser aus Blaufelden will für die SPD in den Bundestag einziehen.

Tamara Ludwig
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Tausche Klassenzimmer gegen Plenarsaal
Kevin Leiser in seinem Lieblingsoutfit − einem Trainingsanzug seines Fußballvereins SC Wiesenbach. Durch sein politisches Engagement bleibt dem SPD-Bundestagskandidaten allerdings nur noch wenig Zeit, auf Torejagd zu gehen. Foto: Tamara Ludwig

Blau-Weiß sind seine Farben - jedenfalls im Sport. Denn das Herz von SPD-Bundestagskandidat Kevin Leiser schlägt für seinen Heimatverein, den SC Wiesenbach. Die Trainingskleidung des SC ist deshalb sein Lieblingsoutfit, auch wenn er nur noch selten die Kickschuhe schnürt.

Zu viel Zeit nehmen inzwischen sein Beruf als Gymnasiallehrer und natürlich die Politik ein. Doch für Leiser gibt es durchaus Parallelen zwischen Fußball und Politik. Hier wie da seien Ausdauer und Teamgeist gefragt. Beide Bereiche seien auf ihre Art dynamisch.

Neuling auf Listenplatz 20

Sowohl mit Siegen als auch mit Niederlagen umgehen zu können, das dürfte dem 27-Jährigen wohl ebenfalls nicht zum Nachteil gereichen. Die aktuell guten Umfragewerte seiner Partei lassen den Blaufeldener aber auf Ersteres hoffen: "Es sind Chancen da", sagt er bescheiden.

Als Neuling auf Listenplatz 20 gelandet zu sein und 98 Prozent der Stimmen bei der Nominierung im Wahlkreis Schwäbisch Hall-Hohenlohe geholt zu haben, verbucht er jedenfalls als Erfolg. Und auch der Wahlkampf laufe gut: "Wir waren früh mit Plakaten aktiv und in den letzten Wochen herrscht zunehmend gute Stimmung", sagt Leiser.

Schüler interessiert am Wahlkampf

Mit Beginn der Plakatierung haben auch die Schüler am Albert-Schweitzer-Gymnasium in Crailsheim die Kandidatur ihres Lehrers mit Interesse wahrgenommen. "Ich werde natürlich von den Schülern angesprochen", sagt Leiser. "Die Kleinen wollen vor allem wissen, was ich da eigentlich mache und ob sie jetzt Tablets kriegen", erzählt er schmunzelnd. Er vermeide es jedoch, politisch zu diskutieren, schließlich habe er im Schuldienst Neutralität zu wahren.

Grundwerte der SPD

In seiner Schulzeit liege auch Leisers eigenes politisches Interesse begründet. "Schuld" sei ein "toller Gemeinschaftskundelehrer" in der achten und neunten Klasse gewesen. Über die private Lektüre eines Buchs von Helmut Schmidt habe er sich dann näher mit der SPD und deren Grundwerten Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität beschäftigt.

Noch vor dem Abitur folgte der Eintritt in die Partei. Schnell übernahm Leiser im Ortsverein der Sozialdemokraten in Schrozberg auch Verantwortung in Ämtern, ist inzwischen Mitglied im Gemeinderat Blaufelden und im Kreistag des Landkreises Schwäbisch Hall.

Besseres Internet

Dass er bereits politische Erfolge feiern kann, hat er wohl seiner zuvor schon angesprochenen Ausdauer zu verdanken. 2014 hat er begonnen, sich für besseres Internet "für mein 180-Einwohner-Dorf" zu engagieren, berichtet er. Man habe die Nachbarn zusammengebracht, sich informiert, welche Möglichkeiten es gibt, wie andere Dörfer das geschafft haben. 2020 war es dann endlich soweit, über Landeszuschüsse konnte zumindest die 50-Mbit-Versorgung erreicht werden. "Jetzt gehen wir dann in die nächste Phase", sagt Leiser.

Überhaupt sei die Stärkung des ländlichen Raums eines seiner Hauptanliegen. Dazu gehören für ihn neben der Digitalisierung auch die Daseinsvorsorge sowie die medizinische Versorgung durch Kliniken und niedergelassene Ärzte. Daneben komme eine entscheide Rolle den Vereinen zu, die erhalten bleiben müssten, da sie das gesellschaftliche Leben auf dem Land attraktiv machten.

 

Zur Person

Kevin Leiser ist am 3. September 1993 geboren. Er kommt aus Wiesenbach, einem Teilort der Gemeinde Blaufelden im Landkreis Schwäbisch Hall. Nach dem Abitur studierte er zunächst zwei Semester Jura in Heidelberg bevor er ins Lehramtsstudium wechselte. Sein Referendariat absolvierte er in Weikersheim.

Inzwischen ist Kevin Leiser seit zwei Jahren Lehrer für Mathematik, Gemeinschaftskunde und Wirtschaft am Albert-Schweitzer-Gymnasium Crailsheim. Er war Stipendiat der Friedrich-Ebert-Stiftung, ist seit 2012 Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Seit der Kommunalwahl 2019 vertritt er die SPD im Gemeinderat und im Kreistag. Er engagiert sich außerdem im Vorstand des SC Wiesenbach.

 
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