Hohenlohe
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Jens Moll, AfD, Wahlkreis Schwäbisch Hall-Hohenlohe

Der Öhringer Gemeinderat Jens Moll tritt im Wahlkreis Schwäbisch Hall-Hohenlohe als Kandidat der AfD bei der Bundestagswahl an.

Armin Rössler
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Infrastruktur und Bildung sind ihm wichtig
Er hat ein Hemd mit dem Symbol seiner Studenverbindung als Lieblingsoutfit für das HZ-Foto ausgewählt: AfD-Bundestagskandidat Jens Moll, der anderen zuhören und aufeinander zugehen will. Foto: Armin Rößler

Als sein Lieblingsoutfit hat Jens Moll ein blaues Hemd gewählt, auf dem die Buchstaben F und A ein christliches Kreuz bilden. Sie stehen für "fraternitas academica" und sind das Symbol seiner Studentenverbindung. "Ich bin damals in diese Gemeinschaft gekommen, das bedeutet mir sehr viel", sagt Moll über seine Studienzeit an der Universität Hohenheim. In der nicht schlagenden Wingolf-Verbindung habe er gelernt, so der AfD-Bundestagskandidat aus Öhringen, "anderen zuzuhören und aufeinander zuzugehen". Es sei schade, "dass man heute in Deutschland nicht mehr miteinander, sondern vor allem übereinander spricht", findet Moll. "Vielleicht ist das auch der Grund dafür, dass ich mich politisch engagiere."

Durch die Flüchtlingskrise zur Politik

Zur Politik hat Moll, der als kaufmännischer Leiter eines Fruchtsaftherstellers arbeitet, über die Flüchtlingskrise gefunden. Erst habe er sich darüber "echauffiert", dann sei er Mitglied der AfD geworden. Schon 2017 saß er im Kreisvorstand und hat den damaligen Bundestagswahlkampf mitgestaltet. Bei der Kommunalwahl 2019 sei ihm dann klar gewesen, "wir müssen jemanden aufstellen". Er kandidierte selbst. Schließlich wurde der Diplom-Ökonom in Gemeinderat und Kreistag gewählt. "Das macht Spaß und wir konnten auch schon Akzente setzen."

2017 hatte Stefan Thien für die AfD 14,6 Prozent der Stimmen im Bundestagswahlkreis Schwäbisch Hall-Hohenlohe geholt. "Vielleicht hat jemand aus der Region noch bessere Karten", sagt Moll. Jetzt wolle er "einen guten Wahlkampf gestalten" und mindestens das Ergebnis seines Vorgängers erzielen. Dazu müsse man freilich aber nicht nur in den AfD-Hochburgen, sondern auch in den "schwarzen Flecken" punkten. 

Asyl und Asylmissbrauch

Moll zum Thema Asyl mit Blick auf die jüngsten Entwicklungen in Afghanistan: Gerade für die Menschen, die dort für die Bundeswehr gearbeitet hätten, sei das Asylrecht geschaffen worden. In den vergangenen Jahren dagegen sei "massiver Asylmissbrauch" betrieben worden, da Menschen nur nach Deutschland gekommen seien, "weil sie ein besseres Leben haben wollen". Auch wenn man dafür Verständnis haben könne, sei das Missbrauch.

Geld für Straßen, Brücken, Schulen

"Infrastruktur ist einer der wichtigsten Punkte in Deutschland", hält Moll den Ausbau der A6 für wichtig "für die ganze Region". Ebenso wichtig sei ein Bahnanschluss für Künzelsau über die Reaktivierung der Kochertalbahn. In Straßen, Brücken und Schulen müsse man investieren und "die Bildung voranbringen". Beim schnellen Internet habe man mit dem Gigabitkompetenzzentrum "schon Meilensteine gesetzt".

Klimawandel und Freiheit

Moll bezweifelt, dass der Mensch den Klimawandel maßgeblich verursacht. Umweltschutz sei wichtig, doch sei fraglich, ob der Verzicht auf fossile Energien im internationalen Wettbewerb sinnvoll sei. "Viele Dinge sind unausgereift", so Moll zur Energiewende. Er hält es für "zweifelhaft, wenn der Staat in die Wirtschaft eingreift". Werde das Auto zum Luxusgut, betreffe das "die Freiheitsrechte der Bürger". Freiheit sei ein Kernthema der AfD, deshalb prallten auch Nazi-Vorwürfe an die Adresse der Partei "von mir ab". Moll ist gegen Corona geimpft und hält es für wichtig, dass "das jeder für sich persönlich entscheidet".

Zur Person

Jens Moll wurde 1983 in Öhringen geboren. Nach dem Werkrealschulabschluss legte er auf dem Wirtschaftsgymnasium sein Abitur ab. Anschließend absolvierte der Öhringer AfD-Politiker eine Banklehre, ehe er danach dann Wirtschaftswissenschaften an der Universität in Hohenheim studiert. Der Diplom-Ökonom hat zwischenzeitlich für ein Versicherungsunternehmen gearbeitet und ist heute als kaufmännischer Leiter eines Fruchtsaftherstellers tätig. Für seine Partei sitzt Jens Moll, der bei der vergangenen Landtagswahl Ersatzkandidat der Wahlkreis-AfD war, im Gemeinderat Öhringen sowie auch im Kreistag. 

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