Hohenlohe
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Harald Ebner, Grüne, Wahlkreis Schwäbisch Hall-Hohenlohe

Nach zehn Jahren Opposition wünscht sich Grünen-Kandidat Harald Ebner einen Seitenwechsel.

Tamara Ludwig
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Harald Ebner. Foto: Privat

Bequeme Outdoorkleidung, am besten die Schnittschutzhose als lässiges Beinkleid und dann ab in den Garten: In diesem Szenario fühlt Harald Ebner sich wohl. Doch so gerne der Bundestagskandidat der Grünen sein Lieblingsoutfit mag - es wird geschont. Die Zeit für seinen Garten fehlt ihm oftmals. Anzüge oder wenigstens der lässige Business-Schick aus Jeans, Hemd und Sakko sind dagegen seine ständigen Begleiter.

Aber wenn er es dann schafft, sich ins Arbeitsoutfit zu schwingen, seinen Garten in Kirchberg zu mähen und dem Gehölz Einhalt zu gebieten, dann ist das ein willkommener Ausgleich zum Politiker-Alltag. "Es ist eine Schinderei, aber ich genieße es trotzdem", sagt Ebner schmunzelnd. Auch hier und da ein bisschen handwerkern, das gefällt ihm. Etwa als er "geschreinert" und das marode Fachwerk seiner Gartenhütte ersetzt hat.

Listenplatz sieben macht Hoffnung

Und wie ist es um die Schreinerkünste bestellt? "Ich würde Dich einstellen", habe ihm ein Fachmann vor Ort attestiert, berichtet Ebner und lacht. Eine berufliche Option also, sollte die Wahl nicht nach Wunsch verlaufen? So weit will der 57-Jährige lieber nicht gehen.

Grund, sich über Job-Alternativen Gedanken zu machen, hat Harald Ebner derzeit auch nicht. Mit Listenplatz sieben und den aktuellen Umfragewerten seiner Partei darf der gebürtige Göppinger sich berechtigte Hoffnungen machen, wieder für den Wahlkreis Schwäbisch Hall - Hohenlohe ein Mandat zu erringen.

Und auch wenn das viel Zeit in Anspruch nimmt, er viele Stunden in Sitzungsräumen und beim Pendeln in der Bahn verbringt, genießt er noch immer bei jeder noch so kleinen Gelegenheit die Natur. Schließlich sei die Natur ein Grund, warum er sich politisch engagiere.

Endlich raus aus der Opposition

Seit 2011 ist Ebner schon Mitglied im Bundestag - das sind zehn Jahre Opposition. Ob es in der nächsten Legislaturperiode endlich zur Regierungsbeteiligung reicht? "Das ist natürlich mein Wunsch", sagt Ebner. "Wir wollen endlich mal gestalten."

Dabei sieht er die kommenden Jahre als entscheidende an, gerade beim Thema Klima: "Die kommende Legislatur wird laut Wissenschaft die letzte sein, in der wir noch etwas gegen die Klimakrise machen können." Und daran will Ebner mitwirken. Das sei Teil seiner Motivation, wieder zu kandidieren.

Auf dem Smartphone ruft er das Bild eines alten Wahlplakats auf: "Wir haben die Erde nur von unseren Kindern geborgt", ist vor einem buntem Hintergrund zu lesen. Eine Art Leitspruch sei das für ihn, eine Welt zu gestalten, in der auch künftige Generationen noch etwas entscheiden und erreichen können.

Kritik an Agrarpolitik

Hier ist ihm wichtig: "Naturverträgliche Landwirtschaft muss auskömmlich sein". Oftmals sage man ihm nach, er schimpfe über die Landwirte. "Aber das stimmt nicht. Ich kritisiere die schlechte Agrarpolitik, schließlich komme ich ja selbst aus der Landwirtschaft." Die Rahmenbedingungen für die Bauern seien problematisch.

Man müsse darüber reden, was besser werden muss, in welchem zeitlichen Rahmen und wie das umzusetzen und zu finanzieren ist. Hierbei brauche man aber nicht nur die Pioniere, sondern müsse vor allem die Zögerer und Zauderer von der Notwendigkeit der Veränderungen überzeugen.

Zur Person

Harald Ebner ist am 8. Juli 1964 in Göppingen geboren. Er ist verheiratet, hat zwei Töchter und drei Enkelkinder. Auf dem elterlichen Bauernhof groß geworden, hat er seinen Zivildienst in einem Demeterbetrieb im Brettachtal geleistet und schließlich Agrarwissenschaften an der Universität Hohenheim studiert. Zunächst arbeitete er als Landschaftsökologe in der staatlichen Naturschutzverwaltung des Landes.

Seit 2011 ist er Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Schwäbisch Hall - Hohenlohe, nachdem er für Alexander Bonde, der in die Landespolitik wechselte, nachrückte. Privat engagierte er sich unter anderem beim Kino "Klappe" in seinem Wohnort Kirchberg an der Jagst.

 
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