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Franziska Gminder, AfD, Wahlkreis Heilbronn

Im Wahlkreis Heilbronn bewirbt sich Franziska Gminder als Direktkandidatin der Alternative für Deutschland um den Einzug in den 20. Deutschen Bundestag. Seit 2017 gehört sie dem Parlament an. Seinerzeit schaffte sie den Sprung nach Berlin über die Landesliste.

Joachim Friedl
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Franziska Gminder (AfD): Dem Linksruck Einhalt gebieten
Franziska Gminder in ihrem Garten mit den Hunden (v.l.) Seppl (5), ein Terrier, Jagdhund Dojan (7) und Pinscher Bambi (12). Foto: privat

Sie ist von Anfang an dabei, als 2013 die Alternative für Deutschland (AfD) gegründet wird. "Ich wollte den Linksruck, der in unserer Republik erkennbar wurde, nicht mitmachen", begründet Franziska Gminder ihre damalige Entscheidung. Politisch interessiert ist sie schon immer, gehörte aber keiner Partei an: "Ich war eine treu-brave CDU- und FDP-Wählerin", betont sie ihre konservative, aber für Neues aufgeschlossene Grundhaltung. Noch 2013 baut sie den AfD-Kreisverband Heilbronn mit auf.

Hoffnung auf ein besseres AfD-Ergebnis als 2017

Seit 2017 sitzt Franziska Gminder im Deutschen Bundestag. Gewählt wurde die heute 76-jährige Diplom-Kauffrau, die großen Wert auf ihr Äußeres und auf Etikette legt, hauchdünn über die baden-württembergische AfD-Landesliste. Platz 11 hatte gereicht. Am 26. September tritt sie als Direktkandidatin ihrer Partei im Bundestagswahlkreis Heilbronn erneut an. Ihre Aussichten schätzt die Oma von sieben Enkeln, vier Buben, drei Mädchen, realistisch ein: "Ich weiß, dass ich keine Chance habe." Insgeheim hofft sie aber auf ein besseres AfD-Ergebnis als vor vier Jahren. Damals kam die Partei auf 16,4 Prozent.

Flucht vor der Roten Armee

Geboren im kalten Februar 1945 in Gablonz an der Neiße, flieht die Familie vor der nahenden Roten Armee in den letzten Kriegswochen nach Kirchberg in Tirol. Auf einem Bauernhof wächst die junge Franziska auf. Geschwister hat sie keine. Jahre später findet die Familie in Speyer ein neues Zuhause. Hier geht sie zur Schule und macht das Abitur. Sissi, wie sie gute Freunde und die Familie nennen, studiert in Wien an der Hochschule für Welthandel Betriebswirtschafts- und Volkswirtschaftslehre.

Kein Faible für feministische Gedanken

1969 lernt sie in der Stadt an der Donau ihren Mann Rolf Gminder, ein hochrangiger Manager und Vorstandsmitglied bei Heckler & Koch und Mauser, kennen. Sie heiraten, das Paar bekommt drei Kinder. Fortan kümmert sich Franziska Gminder um die Erziehung ihres Nachwuchses: "Von feministischen Gedanken und Gleichstellung halte ich nichts", gesteht sie offen. 1979 werden die Gminders im Heilbronner Osten heimisch.

Im Bundestag 15 Reden gehalten

Kommt die Rede auf politische Inhalte, sprudelt es aus der mitunter unnahbar wirkenden Frau nur so heraus. Franziska Gminder ist ordentliches Mitglied im Bundestagsausschuss für Ernährung und Landwirtschaft sowie im Finanzausschuss. Themen, die sie auf dem Effeff beherrscht. Wichtig sind ihr aber auch Werte wie Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, Umweltschutz, ein Europa der Vaterländer und eine soziale Familienpolitik: "Die Grundsteuer gehört abgeschafft." Im 220 Seiten umfassenden AfD-Wahlprogramm würde sie jede Zeile unterschreiben: "Da stehe ich voll dahinter", versichert die Abgeordnete, die im Bundestag 15 Reden gehalten hat und gelegentlich ihre politischen Gegner mit feinen ironischen Nadelstichen herausfordert.

Tomaten und Kartoffeln aus dem eigenen Garten

Privat ist Franziska Gminder eine gesellige und humorvolle Gastgeberin, die sich aufs Kochen versteht. Tomaten und die Kartoffeln kommen aus dem eigenen Garten. Freude bereiten der belesenen Frau und Heilbronner Stadträtin ihre Hunde Seppl, Dojan und Bambi. Mit ihnen tollt sie im großen Grundstück herum - wenn es nicht gerade gilt, Politik zu machen oder sich um die Verwaltung ihrer Gewerbeimmobilie mit 170 Mietparteien zu kümmern.

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