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Emma Weber, Die Linke, Wahlkreis Neckar-Zaber

Die Politikstudentin Emma Weber aus Nordheim (28) tritt bei der Bundestagswahl für Die Linke im Wahlkreis Neckar-Zaber an.

Ulrike Plapp-Schirmer
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Soziale Gerechtigkeit ist ihr großes Thema
Die Linken-Kandidatin Emma Weber aus Nordheim (28) will sich im Bund auch für eine bessere Verkehrsanbindung des ländlichen Raums einsetzen. Foto: Plapp-Schirmer

Sie hat für die baden-württembergische Landtagswahl im Wahlkreis Eppingen kandidiert und geht bei der Bundestagswahl für Die Linke im Wahlkreis Neckar-Zaber ins Rennen.

"Zufall", nennt Emma Weber das. Walter Kubach, ihr Vorgänger als Bundestagskandidat, habe der jüngeren Generation Platz machen wollen. Dabei sei sie niemand, die nein sage, wenn es um politische Verantwortung geht, auch, wenn sie sich persönlich als "eher zurückhaltend" beschreibt. Ein Widerspruch? "Schon", sagt die 28-Jährige. Aber sie habe ein tolles Team und viel Unterstützung.

Das kleiner Übel

Ihren schnellen Aufstieg - vom einfachen Mitglied zur Allzweckwaffe im Kreisverband Heilbronn - empfindet die Politikstudentin als Bereicherung für sich selbst. "Politisch muss man nach vorne gehen und die Interessengruppen, für die man kandidiert, vertreten", sagt sie und nennt es "das kleinere Übel", dass mit ihrem Engagement auch Interviews oder die Teilnahme an Podiumsdiskussionen verbunden sind. "Ich bin aber längst nicht mehr so nervös." Sie habe eher das Gefühl, an den Herausforderungen zu wachsen.

"Soziale Gerechtigkeit" ist das große Thema von Emma Weber. Als ungerecht empfindet sie ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen, eine Kinderbetreuung, die am Bedarf teilweise vorbeigehe oder eine Rente, die zu einem sorgenfreien Leben nicht reiche.

Der Mindestlohn müsse für alle "ausnahmslos" auf 13 Euro pro Stunde erhöht werden. Mitgefühl, Solidarität und die Sicherung des Friedens sind Emma Weber wichtig. Nach dem Debakel in Afghanistan dürfe es keinen weiteren Auslandseinsatz der Bundeswehr mehr geben.

Frühes Interesse für linke Themen

Die Großeltern kamen in den 80er Jahren als Spätaussiedler nach Deutschland. Der Vater ihrer Mutter sei in der Sowjetunion Bürgermeister einer kleinen Gemeinde gewesen: "Das wusste ich", erzählt Emma Weber. Doch erst von anderen habe sie erfahren, wie segensreich der Opa tatsächlich für die Gemeinde gewirkt habe: "Ich bin in diesem Sinne erzogen worden."

Auch die Behinderung ihres jüngeren Bruders, der von Geburt an ihm Rollstuhl sitzt, habe sie sensibilisiert. Die Belange von Menschen mit Behinderung und deren Angehörigen in die Öffentlichkeit zu bringen, ist ein weiteres Thema, dem sich Emma Weber verpflichtet fühlt. Den rhetorisch starken Gregor Gysi nennt sie als Vorbild.

Über persönliche Kontakte kam sie 2019 zur Linken, doch mit deren Themen sympathisiere sie schon immer. Würde sie in den Bundestag gewählt werden, würde sie sich dort für eine bessere verkehrliche und digitale Anbindung des ländlichen Raums einsetzen.

"Das Geld ist da", zitiert Emma Weber die Haltung ihrer Partei: "Es muss nur gerechter verteilt werden." Ob gewählt oder nicht: In beiden Fällen will Emma Weber ihr Politikstudium zu Ende bringen und sich auch weiterhin engagieren.

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