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Das sind die Bundestagsabgeordneten aus der Region

Die Region ist mit neun Abgeordneten im neuen Bundestag vertreten. Damit entfällt auf die drei Wahlkreise ein Mandat mehr als 2017, Hohenlohe-Schwäbisch Hall schickt sogar ein Quartett nach Berlin.

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Bundestag
Die Sitzverteilung im Plenum im Bundestag, der Parteien AfD (l-r), FDP, CDU und CSU, Grüne, SPD Linke. (zu dpa: CSU gegen CDU-Kompromissvorschlag für weniger Wahlkreise) +++ dpa-Bildfunk +++  Foto: Michael Kappeler (dpa)

 

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Es ist eine reine Männerriege, die für die Region in den Bundestag einzieht. Franziska Gminder, bislang für die AfD im Wahlkreis Heilbronn im Parlament, war auf der Landesliste ihrer Partei nicht vertreten. Das Direktmandat holte hier Alexander Throm von der CDU, der einen relativ entspannten Wahlabend erlebte. "Die Tendenz hat von Anfang an gestimmt." Das gute Ergebnis in der Stadt Heilbronn, die fast ein Drittel der Wahlkreisstimmen in die Waagschale wirft, brachte Gewissheit: Es reicht zum Vorsprung vor Josip Juratovic (SPD).

Langwierige Koalitionsverhandlungen erwartet

Throm rechnet damit, dass es ein bis zwei Monate dauert, bevor die Regierung steht - seiner Prognose nach mit CDU-Beteiligung, trotz der herben Verluste und Platz zwei hinter der SPD im Bund. Er erinnert an die Wahl im Jahr 2011: "Da wurde Kretschmann Ministerpräsident, obwohl die Grünen 15 Prozentpunkte weniger hatten als die CDU." Josip Juratovic sieht hingegen "einen klaren Wählerwillen". Die Mehrheit wolle Olaf Scholz als Kanzler, sagt der SPD-Abgeordnete, der zwischenzeitlich das Direktmandat in Reichweite wähnte. Dass es über die Liste reicht, sei früh klar gewesen, ist Juratovic trotzdem zufrieden. "Ich nehme das sportlich."

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Der dritte Abgeordnete aus Heilbronn ist Michael Link, der über Listenplatz drei für die FDP von Anfang an gesetzt war. Aus seiner Sicht ist völlig offen, welche Partei den Kanzler stellt. Aber: "Grüne und FDP wollen Teil der Koalition sein", sagt Link. Jetzt gehe es darum, Ergebnisse zu erzielen. Man müsse Kompromisse finden: "Das wird hart, aber es ist möglich."

Ein Krimi war auch der Wahlkreis Neckar-Zaber nicht. Fabian Gramling, der das Direktmandat für die CDU verteidigte, wartete trotzdem bis 22.30 Uhr. Dann knallten die Korken bei der Wahlparty in Brackenheim. "Ein gewisser Trend war früh da", blickt er auf die Wahlnacht zurück. Wohin geht der Trend in Berlin? Zu Jamaika, so seine Erwartung. Die Union könne zwar mit ihrem Ergebnis im Bund nicht zufrieden sein, habe aber in den vergangenen Wochen zugelegt. Dass der Wahlkreis einen weiteren Abgeordneten nach Berlin schickt, war keine Überraschung. Marc Jongen profitierte vom sicheren Platz fünf auf der AfD-Landesliste.

Aufregende Nacht für SPD und FDP in Hohenlohe

Eine aufregende Nacht hatten in Hohenlohe die Kandidaten von SPD und FDP. Kevin Leiser (27) und Valentin Abel (30) hatten beide im gleichen Lokal in Schwäbisch Hall gefeiert. "Und sich verhalten zuversichtlich am Abend gratuliert", bekennt Valentin Abel. Denn erst am Morgen um 7.30 Uhr war für den Liberalen klar, dass er gleich nach Berlin reist. "Der Terminkalender füllt sich schnell", hat er am Montagmittag die ersten Sitzungen schon hinter sich. Wer regiert? "Eine Neuauflage der GroKo wird es eher nicht, aber auch Jamaika ist kein Selbstläufer", wagt er keine Prognose, denn "es wird schwierig." Auch für Kevin Leiser stand kurz nach 7 fest, dass er mit Listenplatz 12 zur 16-köpfigen Mannschaft gehört. Zur ersten Stunde war der Gymnasiallehrer aus Blaufelden an der Schule, um sich von seiner Klasse zu verabschieden. Dann ging es schon zur Landessitzung und von dort nach Berlin.

Im Gegensatz zu den beiden Neulingen war Christian von Stetten (51) schon am Wahlabend die Erleichterung anzusehen, als klar war, dass er den Wahlkreis gewonnen hatte. Sein spannendster Moment sei gewesen, als er hörte, dass er im Vergleich zur Landtagswahl im Frühjahr, bei der 32.835 Bürger die CDU gewählt hatten, er nun sechs Monate später 54.896 Menschen überzeugte.

Die vergangenen zehn Jahre war der Grüne Harald Ebner (57) schon die zweite Stimme in Berlin. Dort wäre er gestern Nachmittag auch gern. Doch die Bahn habe ihn nach einer Nacht mit wenig Schlaf mal wieder auf der Strecke festgenagelt. Er hofft, dass die neue Regierung zügig steht. Eine GroKo gehe klar am Wählerwillen vorbei. Ampel und Jamaika seien gleichermaßen möglich. "An uns wird eine Ampel wahrscheinlich nicht scheitern", sagt Ebner. Die CDU habe klar keinen Regierungsauftrag.

Die detaillierten Kandidatenportraits finden Sie hier :

Fabian Gramling, CDU

Alexander Throm, CDU

Christian von Stetten, CDU

Harald Ebner, Grüne

Josip Juratovic, SPD

Kevin Leiser, SPD

Michael Link, FDP

Valetin Abel, FDP

Marc Jongen, AfD

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